Karneval in Köln
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Prinzenproklamation: Der Gürzenich im Samba-Fieber

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Foto: HGM_GAU
Der Auftritt des Kölner Dreigestirns Prinz Ralf III., Bauer Dirk und der Jungfrau am Freitagabend im Gürzenich wurde zu einem umjubelten Triumphzug. Und immer wieder wurde den Jecken mit brasilianischen Rhythmen eingeheizt. Ganz nach dem diesjährigen Motto: "Fastelovend em Blot, he un am Zuckerhot".  Von
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Köln

Brasilien hat den Kölner Karneval zwar nicht im Griff, aber zumindest stark infiltriert. Noch bevor das Dreigestirn mit Pritsche, Spiegel und Schlüssel ausgestattet worden war, hatten spärlich bekleidete Sambatänzerinnen mit luftigem Federschmuck am Freitagabend im Gürzenich die Bühne erobert. Eine andere brasilianische Schönheit bewies zur Musik von "Querbeat", dass sie kölsche Worte wie "Jeißbock" oder "Fastelovend" fehlerfrei aussprechen kann. Es war also zumindest ein kleines Wunder, dass Jungfrau Katharina (Axel Busse) nicht im Minirock, sondern ganz traditionell im langen Kleid den Saal betrat.

Trotz konventioneller Kleidung geriet der Auftritt von Prinz Ralf III. (Ralf Görres), Bauer Dirk (Dirk Königs) und der Jungfrau zu einem umjubelten Triumphzug. Exakt 16:33 Minuten benötigte das neue Dreigestirn der KG Schnüsse Tring bis es die Bühne erreicht hatte. Der Prinz stieß an der Tür zum Saal einen gewaltigen Urschrei aus, bei dem Tarzan neidisch geworden wäre. "Welch ein Gefühl, endlich die Insignien in der Hand zu halten", jubilierte er.

Erstmals seit 1993, als Wicky Junggeburth "Einmol Prinz zo sin" sang, gibt es in dieser Session wieder ein Dreigestirn mit eigenem Lied. Die Samba-Nummer "Karneval em blot" ist durchaus schlagertauglich, sie suggeriert Lockerheit und Freiheit. Ein wenig fehlt diese Lockerheit dem Dreigestirn allerdings noch. Die von Prinz, Bauer und Jungfrau vorgetragenen Wünsche nach Toleranz ("Wir wollen eine Brücke bauen") wirkten ein wenig wie die Fürbitten in einem Festgottesdienst. Doch bei knapp 400 Auftritten hat das Dreigestirn sicherlich noch reichlich Gelegenheiten, Souveränität zu gewinnen.

Die Proklamation im Gürzenich ist eines der gesellschaftlichen Top-Ereignisse der Stadt. Die Damen tragen lange Kleider, die Herren Smoking oder Frack. Und Oberbürgermeister Jürgen Roters versucht, lustig zu sein, was jedoch auch dieses Jahr wieder reichlich bemüht wirkte. Beispiel: "Am Deutzer Strand müssen wir noch arbeiten, um mit der Copacabana mithalten zu können". Einen Tusch gab es trotzdem.
In den vergangenen Jahren hatte Blötschkopp Marc Metzger noch gefeierte Auftritte bei der Proklamation. Die Nachricht von seinem Auftrittsverzicht in dieser Session war eines der großen Gesprächsthemen im Gürzenich. Dieses Mal übernahm Bernd Stelter die Rede auf Dreigestirn, Stadt Köln und kölsches Gefühl und erledigte seine Aufgabe mit viel Witz.

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Die Proklamation hält auch immer nostalgische Momente bereit. Einer dieser Momente gehörte Hans Süper (76), der die Menschen mit dem gesungenen Bekenntnis "Ich bin ene kölsche Jung" rührte. Seit 2004 tritt Süper nicht mehr im Karneval auf, nun machte er zu Ehren seines Vaters eine Ausnahme. Denn das ehemalige kölsche Gesangsquartett "Die vier Botze", zu dem auch Süpers Vater gehörte, wurde vor 80 Jahren gegründet. Für seinen Auftritt und Sprüche wie "Früher war alles besser. Das hat das Dreigestirn ja auch noch nicht gesungen" wurde Süper mit Ovationen gefeiert.

Das Dreigestirn hatte bei der Proklamation nur selten Gelegenheit, es sich in den samtroten Sesseln auf der Bühne bequem zu machen. Die Musiker von Brings sorgten mit "Dat is geil" für Stimmung, die Paveier präsentierten ein Medley. Viel Applaus gab es auch für den Auftritt von "Black Diamond's Magic Brasil". Zu einem Medley von Latino-Sänger Ricky Martin tanzten die "Cologne Tigers", eine Gruppe ehemaliger Tanzoffiziere, über die Bühne. Zum Schluß spielten sich die Höhner sich quer durch ihr Repertoire und präsentierten auch ihre neue Nummer "Ävver et Hätz bliev in Kölle". Als kurz nach Mitternacht Konfettiregen einsetzte, dominierten wieder Sambatänzerinnen die Bühne. Dieses Jahr ist der Kölner Karneval eben sehr brasilianisch.

Das WDR-Fernsehen zeigt die Proklamation am 12. Januar, 20.15 Uhr.

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