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Arbeitsbedingungen: Wallraff nimmt Amazon ins Gericht

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Enthüllungsjournalist Günter Wallraff. Foto: dpa
Die Kritik um den Internet-Versandhändler Amazon zieht immer weitere Kreise. Jüngst hat auch Enthüllungsjournalist Günter Wallraff die Arbeitsbedingungen scharf angeprangert. Über die Arbeiter werde „verfügt wie über Leibeigene“, sagte Wallraff.
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Der Kölner Enthüllungsjournalist Günter Wallraff hat die Arbeitsbedingungen bei dem in die Kritik geratenen Internet-Versandhändler Amazon angeprangert. „Mir sind mehrfach von dort Beschäftigten grausamste Arbeitsbedingungen geschildert worden“, sagte der Autor am Montag in Köln. Das betreffe vor allem Saison- und Leiharbeiter.

Aus Zuschriften von Betroffenen gehe hervor, dass diese von Kameras überwacht, schon bei kleinen Verschnaufpausen zum Vorgesetzten zitiert würden und mit Repressalien rechnen müssten. „Über die Arbeiter wird verfügt wie über Leibeigene.“ In Einzelfällen durften Wallraff zufolge Medikamente, die etwa Diabetiker brauchten, nicht mit ins Lager genommen werden.

Unzumutbare Zustände auf breiter Front

Der 70 Jahre alte Autor sagte, er recherchiere seit längerem in der gesamten Paket- und Zustellerbranche und sei auf breiter Front auf unzumutbare Zustände gestoßen. Wallraff hatte 2012 - nach Recherchen und eigenen Undercover-Einsätzen - „Menschenschinderei mit System“ beim Paketzusteller GLS kritisiert. Die Firma hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Das ebenfalls kritisierte Unternehmen Hermes hatte dagegen Verbesserungen für die eigenen Zusteller angekündigt.

Amazon war in den vergangenen Tagen in die Schlagzeilen geraten, weil eine ARD-Dokumentation über schlechte Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern aus dem Ausland bei dem Versandhändler in Deutschland berichtet hatte. Am Wochenende hatte sich Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) in die Debatte eingeschaltet und der Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, mit einem Lizenzentzug gedroht. Amazon hatte angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen. (dpa)

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