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Gründer und Unternehmen: Vom Tennisball-Stuhl bis zur Schwenkrolle

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Frickler in der Werkstatt: Das  Gründer-Trio Caspar Schmitz,  Maciej Puzon und  Pascal Bayer (v.r.)  arbeitet in einem Loft in Nippes. Foto: Hanano
Gute Geschäftsideen, Unterstützung und Risikobereitschaft: Das brauchen  Hochschulabsolventen auf dem Weg zur eigenen Firma. Die Rundschau stellt in lockerer Folge Gründer und ihre Unternehmen vor. Diesmal: Das Unternehmen „dreikant“. Von
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Der Prototyp hängt im Hinterzimmer an einer Kette von der Decke herab, abgeschirmt von undurchsichtigen Glasscheiben. Besucher dürfen nicht in den Raum blicken, denn das Projekt ist „streng geheim, aber superinnovativ“, sagen die Designer von „dreikant“ – und schweigen zum Objekt der Neugierde. Bis zur Verwirklichung ihres Traums von einem selbst konstruierten neuen Elektrofahrrad ist es noch weit, aber dabei wollen sie sich nicht von Spionen ausbremsen lassen. Die Existenzgründer haben in den nur zwei Jahren ihrer Selbstständigkeit bereits jede Menge anderer Produkte, Modelle und Konzepte in ihrer Ideenschmiede im Nippeser Hinterhof entwickelt.

Die Erfolgsgeschichte der Absolventen nimmt ihren Anfang an der Köln International School of Design (KISD) der Fachhochschule und der Sporthochschule Köln. Maciej Puzon (31) und Caspar Schmitz (30) sind die Kreativen in der Industriedesign-Firma, der Diplom-Sportwissenschaftler Pascal Bayer (32) ist mit seinem unternehmerischen Know-how für die betriebswirtschafliche Seite zuständig. Der Schlüssel zum eigenen Unternehmen war die „Schwenkrolle“, die Gründeridee: „Wir haben für Rollatoren und Rollstühle ein System entwickelt, mit dem Hindernisse leichter zu überwinden sind.“ Auf eigene Initiative tüftelten sie darüber hinaus einen Tennisballstuhl aus, dessen gelöcherte Metallsitzflächen von neongelben Filzbällen gedämpft werden. Modell Boris oder Steffi wartet noch auf Be-Sitzer.

Die Designprofessoren Wolfgang Laubersheimer und Hatto Grosse unterstützten das Trio beim Aufbau von „dreikant“. Das Hochschulgründerbüro an der Uni lieferte wichtige Beratung und Begleitung. Es bietet kostenlosen Service für Studierende der im „hgnc“ zusammengeschlossenen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, unterstützt auch Professoren beim Wissenschaftstransfer in die Praxis.

Zu den Kunden gehören namhafte Firmen wie die Marke Merten oder Philips, die ein Modell für einen Autoscheinwerfer in Auftrag gaben. Andere Interessenten wollten schlicht schöne Vogelhäuschen aus Stahl und Holz. Von Messeständen bis zum Schlüsselhalter, das Trio hat gut zu tun. „Es läuft gut“, so Puzon. Mitarbeiter sind im Lauf der zwei Jahre hinzugekommen. Sie haben Anträge geschrieben, Büro und Werkstatt im Loft eingerichtet und losgelegt. „Uns war klar, wir funktionieren nicht als Angestellte, wir wollen im Team arbeiten, und wir wollen nicht nur Konzepte entwickeln, sondern Produkte selbst entwerfen, produzieren und vertreiben.“

Ein   Prototyp Marke Boris: Der Metallstuhl mit Tennisball-Federung sucht noch Be-Sitzer. Das Team arbeitet auch  an der Konstruktion eines Rollstuhls und Elektrofahrrads, entwarf Vogelhäuser und Leuchten.
Ein   Prototyp Marke Boris: Der Metallstuhl mit Tennisball-Federung sucht noch Be-Sitzer. Das Team arbeitet auch  an der Konstruktion eines Rollstuhls und Elektrofahrrads, entwarf Vogelhäuser und Leuchten.
Foto: Hanano

Der Schwerpunkt liegt derzeit allerdings auf der „Dienstleistungsschiene. Wir arbeiten auf Zuruf von Kunden“. So entstanden die Vogelhaus-Variationen, eine Stehlampe mit Objektiv, Ideen für einen neuen Schlüsselhalter oder eine Industriemaschine zur Kunststoffherstellung. „Die Professoren haben uns gezeigt, wie es geht, wie man persönlich verhandelt“, so Bayer.

Dass auch Geduld gefragt ist, haben sie im Lauf der Zeit lernen müssen: „Ich hatte nicht gedacht, dass es von der Idee bis zur Marktreife so lange dauert. Da müssen Vorschriften beachtet, Tests gemacht und viele Abstimmungsgespräche geführt werden“, erzählen die drei aus dem Werkstattalltag. „Aber wir haben trotzdem viele Freiheiten. Freizeit allerdings weniger.“

Arbeit und Freizeit gehen bei den Fricklern sowieso ineinander über. Nach Feierabend wird an Autos geschraubt, Elektronik optimiert, werden Räder getunt und so manche Konstruktion überarbeitet. „Während wir den Rollator gebaut haben, hatten wir gleich zehn neue Ideen, wie es besser gemacht werden kann.“ Die Gründeridee Schwenkrolle hat sich schon überholt.

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