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Joachim Kardinal Meisner: "Was für ein Fest war der Weltjugendtag"

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Kardinal Joachim Meisner. Foto: dpa
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner erinnert sich an prägende Ereignisse aus fünf Jahrzehnten. Er spricht unter anderem über den Mauerfall, das Domjubiläum und den Weltjugendtag.
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Die 60er Jahre: Zweites Vatikanisches Konzil

Geweiht wurde Joachim Meisner im Erfurter Dom. Danach war er Kaplan in Heiligenstadt und Erfurt sowie Rektor des dortigen Caritasverbandes. 1969 wurde er zum Doktor der Theologie an der Gregoriana in Rom promoviert. Als prägendes Ereignis für die 60er Jahre nennt er das Zweite Vatikanische Konzil.

Meisner: "Zur Zeit meiner Priesterweihe herrschte Eiszeit in mehrfacher Hinsicht: nicht nur Kalter Krieg und Mauerbau, sondern auch minus 22 Grad an meinem Weihetag, dem 22. Dezember 1962. Die Orgel war eingefroren, die Blaskapelle bekam keinen Ton heraus. Aber innerkirchlich erlebten wir mit dem Konzil einen frühlingshaften Aufbruch. So ist uns das Konzil Gabe und Aufgabe bis heute!"

Die 70er Jahre: Ein Pole wird Papst

1975 wurde Meisner Bischof der Diözese Erfurt/Meiningen. In dieser Zeit gab es auch des Öfteren Treffen mit den Amtskollegen in Polen. Einer von ihnen wurde 1978 Oberhirte der Kirche weltweit - für den Kölner Erzbischof das wichtigste Ereignis in diesem Jahrzehnt.

Meisner: "Ein Pole wird Papst! Das hätte niemand vorherzusagen gewagt. Heute können wir ohne Übertreibung sagen: Die Papstwahl von Karol Wojtyla 1978 war der Anfang vom Ende des Kommunismus. Und wie in einem Brennglas sammelte sich die Geschichte des 20. Jahrhunderts beim zweiten Papstbesuch in Deutschland 1987, bei der Seligsprechung der Karmelitin Edith Stein. Die als deutsche Jüdin geborene Philosophin und katholische Ordensfrau, von den Nazi-Verbrechern in Auschwitz umgebracht, wird von einem Papst aus Polen zur Ehre der Altäre erhoben."

Die 80er Jahre: Die Mauer fällt

Im April 1980 ernannte Johannes Paul II. Meisner zum Berliner Erzbischof. Diese Diözese, die sowohl den Ost- wie den Westteil der Stadt umfasste, galt als eines der politisch schwierigsten Bistümer. Das Ereignis, das Meisner nennt, fand im November 1989 statt. Da war er gerade neun Monate Erzbischof von Köln.

Meisner: "Dass die Mauer eines Tages fallen würde und damit das kommunistische System, da war ich sicher. Denn welche Erosionskräfte die inneren Widersprüche des Kommunismus entwickeln, vor allem aus dem unmenschlichen Atheismus heraus, das konnte ich ja als Bischof in Erfurt und dann von beiden Teilen Berlins aus nächster Nähe miterleben. Ich hätte nur nicht damit gerechnet, dass es so bald passieren würde."

Die 90er Jahre: Das Kölner Domjubiläum

In Köln hatte der neue Erzbischof einen schwierigen Start. Das Domkapitel sperrte sich zunächst und auch viele Gläubige kritisierten ihn, weil er nicht in das traditionell liberale Klima des rheinischen Katholizismus passte, wie es hieß. Als prägendes Ereignis in seinem ersten Kölner Jahrzehnt nennt Meisner das Domjubiläum.

Meisner: "Der Kölner Dom ist ja gleichsam der Inbegriff des Sprichworts "Was lange währt, wird endlich gut". 1998 haben wir das 750-jährige Jubiläum der Kathedrale gefeiert. Die beiden Türme sind für mich immer wie das "Victory"-Zeichen: Christus hat den Tod besiegt! Dafür steht der Dom. Wirklich fertig, also ohne Gerüste wird er wohl nie zu sehen sein. Kirche lehrt uns wahrlich einen langen Atem!"

Die 2000er Jahre: Der Weltjugendtag

Meisner ist unbequem. Er wolle "nur Gott nach dem Mund reden", hat er oft gesagt. Insofern war es für ihn folgerichtig, zum Beispiel Methoden der Empfängnisverhütung zu kritisieren oder CDU und CSU das C abzusprechen, weil deren Politik für ihn nicht mehr christlich sei. Für herausragend im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts hält der Erzbischof den Weltjugendtag.

Meisner: "Was für ein Fest war der Weltjugendtag 2005 in Köln! Ich habe immer gesagt: Das ist ein Ereignis mit zwei Päpsten - Johannes Paul II. hatte dazu noch eingeladen und war vom Himmel her dabei, und sein Nachfolger Benedikt XVI. war in diesem Sommer mit beiden Beinen auf unserem Kölner Boden. Die Aktion "Nightfever" ist aus dem Weltjugendtag 2005 entstanden - schon das ist Grund genug, für dieses weltkirchliche Ereignis und seine Ausstrahlung wirklich dankbar zu sein."

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