Köln
Nachrichten und Bilder zu allen wichtigen Ereignissen aus Köln

Vorlesen
0 Kommentare

OPs fallen aus: Engpässe auf den Intensivstationen in Köln

Erstellt
Intensivstation der Kölner Uniklinik: Viele der Patienten mit schweren Infektionen müssen sogar künstlich beatmet werden.  Foto: dpa
Kölns Intensivstationen sind so überlastet, dass sie zeitweise keine Patienten mehr aufnehmen können. Hauptgrund ist die Erkältungs- und Grippewelle, die inzwischen auch Köln erfasst hat; dazu kommen Unfälle und Operationen.  Von
Drucken per Mail
Köln

Aggressive Viren und Bakterien, dazu Unfälle und Operationen: Kölns Intensivstationen müssen selber an den Tropf. Sie sind so überlastet, dass sie zeitweise keine Patienten mehr aufnehmen können. Hauptgrund ist die Erkältungs- und Grippewelle, die inzwischen auch Köln erfasst hat. Vor allem das Influenza-Virus, aber auch ein zweiter Virustyp riefen derart schwere Atemwegserkrankungen mit Lungenentzündungen und Lungenversagen hervor, dass die Betroffenen teils beatmungspflichtig seien, berichtet der Infektions-Experte vom Gesundheitsamt, Professor Dr. Gerhard Wiesmüller.

Weil im nächstgelegenen Krankenhaus nicht selten alle Intensivbetten belegt sind, müssen die Patienten auch in Wohnort fernere Krankenhäuser gebracht werden. „Wir bekommen sie zwar unter, aber es ist nicht so einfach“, räumt die Leitende Notärztin bei der Feuerwehr, Ruth te Wilde, ein.

Lage verschärft

„Ich bin jetzt sieben Jahre in Köln, aber so einen Engpass erlebe ich das erste Mal“, bestätigt Professor Dr. Fritz Fiedler, Chef der Anästhesie und Intensivstation im St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind, die angespannte Lage. „Unsere Intensivbetten sind voll belegt, wir haben keinen einzigen Platz frei.“ Weil die Kapazitäten wegen der überdurchschnittlich vielen Notfälle nicht mehr reichen, würden bereits Operationen verschoben. Auf „Intensiv“ lagen in Hohenlind gestern zum Beispiel nur drei Operierte; die übrigen elf Patienten litten an Infektionen. Für den Fall, dass sich die Situation weiter verschärfe, sei schon ein Notfallplan mit Rufbereitschaft von Mitarbeitern sowie der Nutzung von OP-Sälen oder Aufwachräumen als Intensivbereiche ausgearbeitet worden, so Fiedler.

Mehr dazu

Durch die Infektionswelle habe sich die Lage „entschieden verschärft“, heißt es ebenso aus dem Evangelischen Krankenhaus Kalk. „Wir hatten schon Tage, an denen wir Operationen absetzen mussten oder an denen wir morgens nicht wussten, ob wir operieren können“, so der Chef der operativen Intensivmedizin, Dr. Kilian Kalmbach. „Letzten Dienstag war es ganz schlimm. Da sind wir regelrecht übergelaufen.“ Offenbar sei kaum noch ein Krankenhaus aufnahmebereit gewesen. „Ein Patient nach dem anderen kam zu uns, und wir hatten große Schwierigkeiten, sie in andere Häuser zu verlegen.“

Auch für das Heilig-Geist-Krankenhaus, die Hospitäler St. Franziskus, St. Vinzenz und St. Marien meldet Sprecher Christoph Leiden eine solch hohe Auslastung der 46 Intensivbetten, dass einzelne Stationen schon mehrere Tage für die Aufnahme neuer Patienten abgemeldet waren und Wahleingriffe verschoben wurden.

Dagegen stoßen Uniklinik und Kliniken der Stadt mit ihrer vergleichsweise hohen Zahl an Intensivbetten noch nicht an ihre Grenzen. Die Lage sei „angespannt, aber nicht kritisch“ , beruhigt der Ärztliche Notfallkoordinator der Uniklinik Dr. Felix Kolibay.

Auch interessant
Polizeimeldungen aus Köln

Überfälle, Drogendelikte, Schlägereien, Einbrüche: Hier finden Sie Polizeimeldungen aus Köln.

Rundschau auf dem iPad
Themenseite
Der Kölner Dom

Erfahren Sie hier Interessantes und Wissenswertes rund um den Kölner Dom.

Rundschau-Service
Symbolbild

Die Polizei führt täglich in Köln und Umgebung Kontrollen durch. Wir zeigen Ihnen, wo heute geblitzt wird.

Unsere Sonderveröffentlichungen
Kleinanzeigen
Anzeige
Der Neumarkt – Kölns große Drehscheibe im Zentrum

Am Sonntag empfängt der FC den SC Freiburg. Damit die Fans pünktlich im Stadion sind verstärkt die KVB den Bahn-Verkehr.

Rundschau-Service
FACEBOOK
Rundschau-Service