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OPs fallen aus: Engpässe auf den Intensivstationen in Köln

Erstellt 18.02.2013
Intensivstation der Kölner Uniklinik: Viele der Patienten mit schweren Infektionen müssen sogar künstlich beatmet werden.  Foto: dpa
Kölns Intensivstationen sind so überlastet, dass sie zeitweise keine Patienten mehr aufnehmen können. Hauptgrund ist die Erkältungs- und Grippewelle, die inzwischen auch Köln erfasst hat; dazu kommen Unfälle und Operationen.  Von Eveline Kracht
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Köln. 

Aggressive Viren und Bakterien, dazu Unfälle und Operationen: Kölns Intensivstationen müssen selber an den Tropf. Sie sind so überlastet, dass sie zeitweise keine Patienten mehr aufnehmen können. Hauptgrund ist die Erkältungs- und Grippewelle, die inzwischen auch Köln erfasst hat. Vor allem das Influenza-Virus, aber auch ein zweiter Virustyp riefen derart schwere Atemwegserkrankungen mit Lungenentzündungen und Lungenversagen hervor, dass die Betroffenen teils beatmungspflichtig seien, berichtet der Infektions-Experte vom Gesundheitsamt, Professor Dr. Gerhard Wiesmüller.

Weil im nächstgelegenen Krankenhaus nicht selten alle Intensivbetten belegt sind, müssen die Patienten auch in Wohnort fernere Krankenhäuser gebracht werden. „Wir bekommen sie zwar unter, aber es ist nicht so einfach“, räumt die Leitende Notärztin bei der Feuerwehr, Ruth te Wilde, ein.

Lage verschärft

„Ich bin jetzt sieben Jahre in Köln, aber so einen Engpass erlebe ich das erste Mal“, bestätigt Professor Dr. Fritz Fiedler, Chef der Anästhesie und Intensivstation im St. Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind, die angespannte Lage. „Unsere Intensivbetten sind voll belegt, wir haben keinen einzigen Platz frei.“ Weil die Kapazitäten wegen der überdurchschnittlich vielen Notfälle nicht mehr reichen, würden bereits Operationen verschoben. Auf „Intensiv“ lagen in Hohenlind gestern zum Beispiel nur drei Operierte; die übrigen elf Patienten litten an Infektionen. Für den Fall, dass sich die Situation weiter verschärfe, sei schon ein Notfallplan mit Rufbereitschaft von Mitarbeitern sowie der Nutzung von OP-Sälen oder Aufwachräumen als Intensivbereiche ausgearbeitet worden, so Fiedler.

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Durch die Infektionswelle habe sich die Lage „entschieden verschärft“, heißt es ebenso aus dem Evangelischen Krankenhaus Kalk. „Wir hatten schon Tage, an denen wir Operationen absetzen mussten oder an denen wir morgens nicht wussten, ob wir operieren können“, so der Chef der operativen Intensivmedizin, Dr. Kilian Kalmbach. „Letzten Dienstag war es ganz schlimm. Da sind wir regelrecht übergelaufen.“ Offenbar sei kaum noch ein Krankenhaus aufnahmebereit gewesen. „Ein Patient nach dem anderen kam zu uns, und wir hatten große Schwierigkeiten, sie in andere Häuser zu verlegen.“

Auch für das Heilig-Geist-Krankenhaus, die Hospitäler St. Franziskus, St. Vinzenz und St. Marien meldet Sprecher Christoph Leiden eine solch hohe Auslastung der 46 Intensivbetten, dass einzelne Stationen schon mehrere Tage für die Aufnahme neuer Patienten abgemeldet waren und Wahleingriffe verschoben wurden.

Dagegen stoßen Uniklinik und Kliniken der Stadt mit ihrer vergleichsweise hohen Zahl an Intensivbetten noch nicht an ihre Grenzen. Die Lage sei „angespannt, aber nicht kritisch“ , beruhigt der Ärztliche Notfallkoordinator der Uniklinik Dr. Felix Kolibay.

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