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Stiftung Stadtgedächtnis: Auf der Suche nach Geld

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Aufgabe für Jahrzehnte: Es soll rund 350 Millionen Euro kosten, die Akten des eingestürzten Archivs wiederherzustellen. Foto: Gauger
Dr. Stefan Lafaire ist Chef der Stiftung Stadtgedächtnis. Bei seinem Vorhaben die Akten des eingestürzten Stadtarchivs zu retten, hat er bislang wenig Erfolg. In den ersten neun Monaten sammelte er 35.000 Euro - das Ziel liegt bei 350 Millionen Euro. Von
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Als Banker ist Dr. Stefan Lafaire mit Millionenbeträgen umgegangen; als Chef der Stiftung Stadtgedächtnis muss er fünfstellig rechnen: Dem Mann, der die Akten des eingestürzten Stadtarchivs retten will, fehlt bislang der Erfolg. Lafaire hat in den ersten neun Monaten als Geschäftsführer der Stiftung Spenden in Höhe von rund 35 000 Euro eingeworben. Wie viel es braucht, um das Archivgut wiederherzustellen, hatte er zu seinem Arbeitsbeginn selbst formuliert: eine Million Euro monatlich, 350 Millionen Euro insgesamt. Im Umfeld der Stiftung Stadtgedächtnis schwindet nun die Geduld.

Die Stiftung, deren Grundkapital vor allem die Stadt, das Land und der Bund aufbrachten, gibt derzeit deutlich mehr aus als sie einnimmt: Mit zweieinhalb Stellen sei die Verwaltung besetzt, sagt Lafaire, der selbst sechsstellig verdienen dürfte. Die Stiftung hat zudem Sachkosten. In Kreisen des Kuratoriums werden die Ausgaben angesichts dessen auf einen deutlich sechsstelligen Betrag beziffert. Auf der Einnahmenseite stehen außer den Spenden nur die Erträge aus dem unantastbaren Stiftungskapital: Der Stiftung Stadtgedächtnis steht ein Grundkapital von 4,23 Millionen Euro zur Verfügung. Ex-Banker Lafaire sagt, dieses lasse sich kaum besser als auf einem Sparbuch anlegen. „Und ein Sparbuch bringt derzeit weniger als ein Prozent Zinsen.“ Die Erträge aus dem Stiftungskapital sind also wie die Spenden fünfstellig. „Es muss mehr geschehen“, sagt zum Beispiel Konrad Adenauer. Er ist Vorsitzender des Haus- und Grundbesitzervereins und etwa Schatzmeister der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. Adenauer sagt: „Es muss allen klar sein, wie wichtig das Stadtarchiv ist.“ Die Arbeit von Lafaire sei angesichts dessen „sehr gut“. Aber: „Ich hätte mir vorgestellt, dass es schneller geht.“

Stadtgedächtnis

Die Stiftung Stadtgedächtnis existiert seit Juli 2010. Mit Dr. Stefan Lafaire hat sie erst seit Oktober 2011 einen Chef. Das Stiftungskapital von 4,23 Millionen Euro stammt von der Stadt (2 Millionen), dem Land (1 Million), dem Bund (1 Million), dem Erzbistum (100 000), der evangelischen Kirche (20 000), dem Kunsthaus Lempertz (60 000) und den Archiv-Freunden (50 000). (hv)

Schneller aber ließen sich Spenden nun einmal nicht einwerben, sagt Stiftungschef Lafaire. Eine Stiftung aufzubauen, sei nicht anders als eine Firma zu gründen: Es brauche mehrere Jahre Zeit, bevor Geld fließe. Vor allem müsse sich die Stiftung noch zu einer Marke entwickeln. Lafaire sagt: „In Köln kennt bislang kein Mensch die Stiftung Stadtgedächtnis.“

Dennoch wächst nach Informationen der Rundschau auch im Kuratorium der Stiftung Stadtgedächtnis die Ungeduld. Es werde immer schwieriger, Geld für den Wiederaufbau des Archivs einzusammeln, sagt ein Kuratoriumsmitglied, das ungenannt bleiben will: Je mehr Zeit seit dem Archiveinsturz verstreiche, desto weniger seien die Menschen bereit, für die Archivalien zu spenden. Lafaire aber sagt: „Wir wollen keine Mitleidsspenden.“ Die Stiftung wolle lieber deutlich machen, weshalb das Stadtarchiv für die Zukunft von Bedeutung sei. Es sei zu dem Zweck für November eine Veranstaltung geplant. Die Stiftung will zudem mit prominenten „Archiv-Botschaftern“ werben. BAP-Sänger Wolfgang Niedecken ist der erste.

Bis die Überzeugungsarbeit wirkt, zahlt die Stadt die Kosten: Zusätzlich zu den zwei Millionen Euro, die sie in den Stiftungsgrundstock eingebracht hat, hat die Stadt nach Worten von Lafaire der Stiftung drei Millionen Euro als operatives Startkapital zur Verfügung gestellt. Aus dem Betrag bezahlt die Stiftung derzeit ihre Kosten.

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