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Waidmarkt: Bohrungen erneut unterbrochen

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Stählerner Koloss: Mit diesem 142 Tonnen schweren Bohrpfahlgerät sollen an der Archiv-Einsturzstelle 21 Stützen zum Bau des Besichtigungsbauwerks 38,70 Meter tief in den Untergrund gesetzt werden.  Foto: Gauger
Der Bau der Besichtigungsbaugrube an der Einsturzstelle des Stadtarchivs verzögert sich weiter. Es gab erneut Probleme, einen Probebohrpfahl in die erforderliche Tiefe von 38,70 Metern zu bringen. Die Arbeiten liegen bereits drei Monate hinter Plan.  Von
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Der Bau der Besichtigungsbaugrube an der Einsturzstelle des Stadtarchivs verzögert sich weiter. Es gab erneut Probleme, einen Probebohrpfahl in die erforderliche Tiefe von 38,70 Metern zu bringen. „Die Bohrungen wurden beendet, weil sie nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet und das weitere Verfahren abgestimmt“, sagte KVB-Sprecherin Gudrun Meyer.

Damit gerät der Zeitplan zur Fertigstellung des Bauwerks bis zum Frühjahr 2014 zusehends zur Makulatur. Laut einem Bauplan, der der Rundschau vorliegt, hätte die komplette Wand aus 21 Bohrpfählen, die zum Bau dieses Schachtes erforderlich ist, bereits am heutigen Dienstag (19.2.) fertig sein sollen. Doch bislang konnte noch kein einziger Pfahl gesetzt werden, die Arbeiten liegen bereits drei Monate hinter Plan.

Bohrverfahren optimieren

Beim ersten Bohrversuch hatte die ausführende Firma Max Bögl ab 34 Meter Tiefe extreme Schwierigkeiten, durch den Tertiärboden zu bohren. Rund einen Meter vor der gewünschten Endtiefe musste die Bohrung abgebrochen werden. Am 25. Januar erklärte die KVB, man werde das Bohrverfahren optimieren und dann einen zweiten Probepfahl setzen. Eine einwandfrei funktionierende Bohrmethode ist Voraussetzung für den Bau des fünf mal zwölf Meter breiten Schachtes, der zur Beweissicherung an der vermuteten Unglücksstelle dienen soll. Zu klären ist, ob der Einsturz durch einen Schaden an der vor dem Archiv errichteten Schlitzwand verursacht wurde – also durch einen Baufehler – oder durch einen hydraulischen Grundbruch. „Die derzeitige Indizienlage spricht eher für eine Fehlstelle in der Schlitzwand als für einen hydraulischen Grundbruch“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der Rundschau.

Laut   Bauplan soll die Besichtigungsbaugrube am 14. Mai 2014 fertig sein – doch das ist fraglich. 

Gutachter sollen in dem Schacht gerichtsfeste Beweise sammeln – es geht um Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe und die Frage, wer für den Tod zweier Menschen beim Einsturz am 3. März 2009 verantwortlich ist. Der Bau wird dadurch erschwert, dass die Bohrungen die Beweislage nicht gefährden dürfen. Die nötige Kombination aus Präzision und Durchschlagskraft wurde bisher nicht erreicht, womöglich muss ein teureres Verfahren her. Um Zeit zu sparen, hat die KVB die 21 Bohrpfähle schon mal auf zwölf Meter Tiefe „vorbohren“ lassen.

Ermittlungen nicht gefährdet

Verzögerungen beim Bau des Besichtigungsschachtes würden die strafrechtlichen Ermittlungen nicht gefährden, betonte Oberstaatsanwalt Bremer. Fast vier Jahre nach dem Einsturz ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln derzeit noch gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der Baugefährdung. Hier droht nach fünf Jahren die Verjährung. Man sei jedoch „optimistisch, anhand weiterer Beweismittel vor Ablauf der Verjährungsfrist konkrete Beschuldigte benennen zu können“, so Bremer. Zurzeit werde geprüft, gegen welche Personen ein konkreter Anfangsverdacht bestehe, dann könne und müsse die Staatsanwaltschaft ein Verfahren eröffnen. Sobald die Beschuldigten benannt sind, beginnt die fünfjährige Verjährungsfrist von neuem.

Die Bewertung der sichergestellten Beweismittel durch die Staatsanwaltschaft dauert noch an. Zwar wurde die Ermittlungsgruppe „Severin“ von Polizei und Staatsanwaltschaft Ende 2012 verkleinert, weil der Großteil der Beweismittel inzwischen zusammengetragen und ausgewertet ist. Doch bis die Staatsanwälte das Ermittlungsverfahren, das mehrere Terabyte Daten umfasst, abschließen können, wird es noch eine ganze Weile dauern.

Stadt und KVB haben beim Landgericht Köln gegen mehr als 20 mögliche Verursacher des Unglücks ein selbstständiges Beweisverfahren beantragt, um eine Verjährung der Ansprüche zu stoppen.

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