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«Cocaine» - J.J. Cale mit 74 gestorben

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Der amerikanische Musiker J.J. Cale erlag einem Herzinfarkt. Foto: Roger Williams
Der amerikanische Musiker J.J. Cale erlag einem Herzinfarkt. Foto: Roger Williams
Los Angeles

Der US-Sänger und Songwriter J.J. (Jean Jacques) Cale, der Kultsongs wie «Cocaine» und «After Midnight» schuf, ist tot. Laut Mitteilung auf seiner Webseite starb der Musiker am Freitagabend in einem Krankenhaus im kalifornischen La Jolla. Der 74-Jährige sei einem Herzinfarkt erlegen, hieß es.

J.J. Cale hat Kollegen wie Eric Clapton und die Dire Straits mit seinem Sound beeinflusst. Cover-Versionen seiner Songs «After Midnight» und «Cocaine» machten Clapton Anfang der 70er mit zum großen Star. Auch Lynryd Skynyrd, Johnny Cash und Santana landeten Hits mit Interpretationen von Cales Songs.

Der Gitarrist, Sänger und Liedermacher gab selbst ein gutes Dutzend Alben heraus. Sein 2006 erschienenes gemeinsames Blues-Album mit Eric Clapton, «The Road To Escondido», wurde mit einer Grammy-Trophäe ausgezeichnet. Gewöhnlich vermied Cale das Rampenlicht. In seinem Twitter-Profil gab sich der Musiker den Namen «SlowerBaby». Sein einziger Eintrag stammt aus dem Jahr 2009: «Ich mache Rock n Roll Platten».

Auf seiner Webseite wird der Liedermacher zitiert: «Ich erinnere mich, als ich mit 32 oder 33 Jahren mein erstes Album machte, da hielt ich mich bereits für viel zu alt. Wenn ich mich nun mit 70 dabei sehe, denke ich "Was mache ich da, ich sollte in einer Hängematte liegen".»

In der Stadt Tulsa im Bundesstaat Oklahoma aufgewachsen, schuf J.J. Cale den sogenannten Tulsa-Sound: ein Cocktail aus Rock 'n' Roll, Country, Blues und Jazz. In dem von Lynryd Skynryd bekannt gemachten «Call Me The Breeze» dominiert der Blues, in «Don't Cry Sister» der Country-Sound. Reggae und andere karibische Rhythmen herrschen in «Crying» vor, während «Durango» einer Jam Session gleicht. Cales eingängiger Kultsong «Cocaine» fiel vor allem mit seiner Lyrik auf.

Schon als Teenager spielte J.J. Cale in Clubs. 1959 zog er nach Nashville und trat einige Jahre in der Grand Ole Opry, dem Olymp der Countrymusik, auf. In Los Angeles arbeitete er als Toningenieur und begann seine Solokarriere. Die meisten seiner Songs erstellte er allein, vom Songschreiben über das Singen, Spielen vieler Instrumente, Aufnehmen und Mischen. (dpa)