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Ausstellung der restaurierten Gemälde: Caspar David Friedrichs Meisterwerke in neuem Glanz

Die restaurierten Werke "Mönch am Meer" (l) und "Abtei im Eichwald" des Malers Caspar David Friedrichs.

Die restaurierten Werke "Mönch am Meer" (l) und "Abtei im Eichwald" des Malers Caspar David Friedrichs.

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dpa

Berlin -

Es gilt als das berühmteste Bilderpaar der deutschen Romantik - und war doch seit Jahrzehnten in einem erbärmlichen Zustand. Jetzt hat die Alte Nationalgalerie in Berlin die beiden gut zweihundert Jahre alten Werke „Mönch am Meer“ und „Abtei im Eichwald“ von Caspar David Friedrich in dreijähriger Arbeit aufwendig restauriert.

In klaren und gleichwohl sphärisch zarten Farben erzählen sie ganz neu von der Radikalität und Meisterschaft des Künstlers. „Wir waren bei den beiden Bildern nie näher dran an Caspar David Friedrich als am heutigen Tag“, sagte Museumsdirektor Philipp Demandt am Donnerstag bei der Vorstellung.

Restauratorin Kristina Mösl hat in akribischer Feinarbeit zahlreiche nachträgliche Retuschen und Übermalungen entfernt und bis zu sieben Schichten vergilbte Firnis abgetragen. Nach und nach kam so die zu 97 Prozent erhaltene originale Malerei wieder zutage. „Das war natürlich eine traumhafte Phase“, erzählt sie.

Obwohl Caspar David Friedrich nach seinem Tod 1840 zunächst in Vergessenheit geraten war, wurde das Bilderpaar zu einem der meist interpretierten Werke der Kunstgeschichte. Clemens Brentano und Heinrich von Kleist widmeten ihm Essays.

Für Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer liegt die Faszination in den existenziellen Fragen, die der Künstler aufwirft - Wissen und Glauben, Leben und Tod, Diesseits und Jenseits: „Diese Bilder rühren uns zutiefst an.“

Größte Caspar-David-Friedrich-Sammlung der Welt

Die Alte Nationalgalerie besitzt nach eigenen Angaben die größte Caspar-David-Friedrich-Sammlung der Welt. Deshalb wollte sie das Projekt in Eigenregie stemmen - mit 180 000 Euro finanziert von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, unterstützt und beraten von externen Experten. „Das ist die günstigste Neuerwerbung, die die Staatlichen Museen jemals getätigt haben. Das sind zwei neue Bilder“, sagte Eissenhauer.

Die technologischen Untersuchungen zeigten laut Restauratorin Mösl, dass die Leinwand für beide Werke aus demselben Stoffballen stammte und nacheinander abgeschnitten wurde, Friedrich die Werke also wirklich als zueinandergehörig geplant hatte. Durch Infrarotstrahlen ließen sich die Bleistiftzeichnungen sichtbar machen, die unter der Farbe die Komposition vorgaben.
Große Überraschung: Beim „Mönch“ waren drei Segelschiffe skizziert, die Friedrich dann aber nicht ausführte, sondern mit der kargen Seelandschaft übermalte. „Damit trieb er die unendliche Einsamkeit in jener unbegrenzten Wasserwüste auf die Spitze“, sagte die Restauratorin.

Spätere Generationen gingen wenig zimperlich mit den Meisterwerken um. So wurden für die „Jahrhundertausstellung“ der Nationalgalerie 1906, die für die Wiederentdeckung Caspar David Friedrichs sorgte, beide Leinwände mit einem zweiten, gröberen Tuch verstärkt. Der „Mönch“ bekam Beulen durch nicht geschmolzene Wachsklumpen, an der Vorderseite waren mehrere Abdrucke von Bügeleisen zu erkennen.

Andere Retuschen verfärbten sich später weißlich und erweckten den falschen Eindruck von Nebelschwaden über dem Meer. All das ist nun mit aller Vorsicht wieder repariert. Und über der See hat der Himmel sein transparentes Blau zurück. „Der Tag, der da anbricht, ist ein besserer, als wir ihn bisher gesehen haben“, sagt Museumschef Demandt.

Bleibt die Frage, die auch bei anderen spektakulären Restaurierungen wie der Sixtinischen Kapelle gestellt wurde: Darf man, soll man an einem alten Werk alles machen, was technisch möglich ist? „Wir waren selbst erstaunt“, sagt Mösl mit Hinweis auf die beratende Fachkonferenz. „Es gab einen ganz großen Konsens: Wir sollen so nah wie möglich ran ans Original.“


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