Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Kölner Autor: Akhanli in „kafkaeskem“ Prozess gefangen

KR-Akhanli

Der wegen Raubes und Totschlags angeklagte Kölner Autor und Künstler Dogan Akhanli wurde im Jahr 2011 freigesprochen.

Foto:

dpa

Köln/Istanbul -

Im umstrittenen Revisionsprozess gegen den türkischstämmigen Kölner Autor Dogan Akhanli hat ein Gericht in Istanbul eine Aufhebung des Haftbefehls abgelehnt. Die Verhandlung sei auf den 20. Dezember vertagt worden, sagte Akhanli am Freitag telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Istanbul. Das Gericht wolle sich in der nächsten Verhandlung erneut mit dem Haftbefehl befassen. Akhanli selbst war zu dem Prozess nicht in die Türkei eingereist.

Der Autor kritisierte das Verfahren und sagte, es werde in „kafkaesker Art“ fortgeführt. Akhanli war im Oktober 2011 von einem Gericht in der Türkei vom Vorwurf des Raubes und Totschlags freigesprochen worden. Er lebt seit seiner Flucht aus der Türkei im Jahr 1991 in Deutschland und ist deutscher Staatsbürger. Kritiker des Verfahrens haben erklärt, eine politisch motivierte türkische Justiz schikaniere den Schriftsteller.

Akhanli sagte dazu am Freitag, er wolle sich nun von diesem als Belastung empfundenen Prozess innerlich freimachen. „Ich habe keine Lust mehr, dieses Spiel zu spielen“, sagte der Schriftsteller. Der Prozess sei für ihn kein Thema mehr als Angeklagter.

Akhanli war vorgeworfen worden, er sei vor mehr als 20 Jahren an einem Raubüberfall auf eine Wechselstube in Istanbul beteiligt gewesen. 2010 war der Autor an einem Flughafen in Istanbul festgenommen worden, als er in die Türkei einreisen wollte, um seinen todkranken Vater zu besuchen. Er wurde verhaftet und blieb in Untersuchungshaft, bis der Richter am ersten Verhandlungstag entschied, dass Akhanli das Gefängnis verlassen dürfe. Wenige Tage später kehrte er nach Deutschland zurück. (dpa)