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Konzert im Theater am Tanzbrunnen: Art Garfunkel in Köln als Poet und Sänger zu Gast

Köln -

Im letzten Jahr hat er über seinen einstigen Duo-Partner noch kräftig vom Leder gezogen, hat ihn, im Interview mit einer britischen Zeitung, ein Monster, einen Trottel und einen Idioten genannt. Mittwochabend im Theater am Tanzbrunnen nimmt Art Garfunkel all das zurück und sagt: „Die Wahrheit über Paul Simon ist: Er hat mein Leben immens bereichert.“ Und das hat Simon tatsächlich. Ein Gutteil der Stücke die in knapp zwei Stunden (mit Pause) erklingen, stammen aus der goldenen Ära von Simon & Garfunkel, die von 1964 bis 1970 währte.

Begleitet vom fantastischen Tab Laven an der akustischen Gitarre und dem versierten Keyboarder Clifford Carter tritt Garfunkel als Poet, Erzähler und Sänger in Erscheinung. Wenn der 74-Jährige „The Boxer“ (1969) anstimmt, dann klingt das wie früher. Fast. In den Höhen, was man am Ende des Refrains „lie-la-lie“ erstmals merkt, wird es allerdings etwas dünn. Zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er vor fünf Jahren eine schwere Erkrankung der Stimmbänder erlitt, die ihn zeitweise komplett verstummen ließ.

Die Menschen lieben es, sich mit „Homeward Bound“ oder „The Sound of Silence“ in alte Zeiten zurückversetzen zu lassen. Auch Songs von Randy Newman („Real Emotional Girl“) oder Albert Hammond („99 Miles from L.A.”) kommen zu Ehren. Ganz großartig ist er als Geschichtenerzähler. Er nimmt seine Zuhörer mit auf ausgedehnte Fußmärsche, in die Synagoge, die er als Junge besuchte oder in den Central Park und auf die Fifth Avenue. Um dann seinen größten persönlichen Erfolg anzustimmen „Bright Eyes“. Riesenapplaus.