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Konzert im Palladium: Hozier beschwört in Köln die Liebe

Hozier im Palladium

Sinnliche Be­schwö­rung der Liebe: Hozier im Palladium Köln.

Foto:

Thomas Brill

Köln -

Zurückhaltend soll er sein. Und schön. Ein Mädchenschwarm. Im Kölner Palladium ist der irische Sänger Andrew Hozier-Byrne, der sich Hozier nennt, gelöst. Wenn er schüchtern sein sollte, verliert er die Zurückhaltung in dem Moment, als er sich in den ersten Song "Angel Of Small Death And The Codeine Scene" vertieft. Sein warmer Bariton summt, fleht. Seine fünf Sängerinnen - manchmal spielen sie Cello oder Keyboard - unterstützen ihn wie ein Gospelchor, wippen mit ihren Körpern, die Gesichter sind verzückt.

Verzückt sind auch die Fans, die begeistert kreischend Beifall spenden. Der Ire mit der einprägsamen Stimme ist ein Mann für alle Altersklassen, der den Blues, emphatischen Chorgesang, Folk, Pop in seiner eigenen, unverwechselbaren Weise zum Klingen bringen kann. Seine verschiedenen Gitarren spielt er ohne Plektrum. Ein Mann mit viel Gefühl, der sein Instrument nicht aufheulen lässt, sondern mit langen, dünnen Fingern zärtlich berührt.

Auch wenn sein Repertoire ohne Dancefloor-Renner auskommt, ist ein Abend mit Hozier nicht langweilig. Rhythm & Blues wechselt mit Balladen und Blues, jeweils mit viel Pathos und geschlossenen Augen vorgetragen. Die Frauenstimmen sind engelsgleich - besonders die der Cellistin Alana Henderson. Mit zwei Covern verbeugt Hozier sich vor den Vorbildern seiner Musikerziehung. "Young Americans" von David Bowie und "Blackbird" von Paul McCartney sind ganz und gar im Hozier-Cosmos integriert. So selbstbewusst ist er. Mit "Take Me To Church" beendet er den Set im Kölner Palladium - das Video zum Song ist eine Anklage gegen Homophobie und eine sinnliche Beschwörung der Liebe. Die Sinnlichkeit überwiegt an diesem Abend.


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