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Konzert in Köln: Begeisterung für „Laibach“ hält sich in Grenzen

Milan Fras und Mina Spiler beim Kölner Laibach-Konzert.

Milan Fras und Mina Spiler beim Kölner Laibach-Konzert.

Foto:

Thomas Brill

Köln -

Kultbands müssen sich allein wegen ihres Status gemeinhin kaum Sorgen um eine größere Publikumsresonanz für ihre Konzerte machen. Eine Ausnahme von der Regel war jedoch das Konzert von Laibach in der Kölner Live Music Hall, zu dem sich lediglich knapp 400 Getreue der slowenischen Musik-Provokateure einfanden.

Seit der Gründung der Gruppe 1980 während der Tito-Ära im damals jugoslawischen Trbovlje, ging die Band im Zeichen des von Kasimir Malewitsch adaptierten "Schwarzen Kreuzes" und als Teil des interdisziplinären Kunstkollektivs Neue Slowenische Kunst auf harschen Konfrontationskurs mit der kommunistisch ausgerichteten, totalitär exekutierten Gesellschaftsdoktrin.

Allein die deutschsprachige Bezeichnung für Ljubljana sowie das Posieren in Jankern vor Hirschen suggerierte eine Affinität zu nationalem Gedankengut im damaligen Vielvölkerstaat.

Götterdämmerung

Unheil heraufbeschwörende Klänge, basierend auf der Komposition "Olav Trygvasion" von Edvard Grieg, bebende Sounds zwischen der Erhabenheit von Klassik und basslastigem Industrial, martialisch schleppende Schlagzeugrhythmen und das Pathos gregorianischer Choräle bereiten vor dem Hintergrund einer filmischen Lichtkomposition den Weg für eine Götterdämmerung nach Art von Laibach.

Bekannt düster und beschwörend singt Milan Fras, während Mina Spiler gesanglich eher auf den zart elegischen Pfaden von Enya wandelt, und dadurch stimmlich einen durchaus reizvollen Gegenpol setzt. Mit dem vor zwei Jahren veröffentlichten Album "Spectre" haben Laibach ihre geheimnisvolle und oft zu Fehlinterpretationen verleitende retro-avantgardistische Provo-Attitüde abgelegt. Wenn Fras nun in "Eurovision" "Europe is falling apart" singt, dann deutet das mehr auf politischen Klartext als auf eine Analyse des politischen Ist-Zustands hin. Allerding ist die in ein ausgesprochen poppiges Gewand gekleidet. Das macht die Rezeption im Vergleich zu früheren Zeiten einerseits eindeutiger, andererseits ist das Popgewand musikalisch ziemlich old-fashioned, sehr nach der Mode von vor 30 Jahren geschneidert.

Laibach kommt mit dem Wandel ziemlich spät

Ein bisschen Kraftwerk, dafür mehr Kraft und Dynamik von DAF oder Die Krupps dienen nun als musikalischer Rahmen. Von Avantgarde kann wirklich keine Rede mehr sein. Laibach kommt mit seinem Wandel reichlich spät, Visionäres fehlt, was bleibt ist retro. Begeisterung kann diese Mischung nicht