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Konzert mit Pete Doherty und Carl Barat: „The Libertines“ im Kölner Palladium lassen einiges vermissen

Ungewöhnlich zurückhaltend: Pete Doherty.

Ungewöhnlich zurückhaltend: Pete Doherty.

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Thomas Brill

Köln -

Freunde teilen ein Lebensgefühl, das sie zusammenschweißt. Sie streiten sich, verlieren sich, im besten Fall finden sie wieder zusammen. Pete Doherty und Carl Barat hatten etwas, was sie über andere Freundschaften hinaushob. In der kurzen Zeit zwischen 2002 und 2004 waren sie als The Libertines eine Sensation. Dann kam der Zwist. Sie machten alleine weiter. Carl mit den Dirty Pretty Things und Pete mit den Babyshambles.

Jetzt sind sie wieder zusammen, und man freut sich für sie, auf sie. Aber dennoch: An diesem Abend vermisste man einiges, was sie von anderen abhebt. Sie kommen zwanzig Minuten nach neun - also fast pünktlich - auf die Bühne. Die neuen Libertines werden also professioneller. Nichts dagegen einzuwenden. Wer sie aber vor einem Jahr in Düsseldorf gesehen hat, vermisst die Frische, die Spontaneität, das Spielerische, die Leichtigkeit, mit der sie aus scheinbarem Chaos berückend Schönes erzeugen.

"Barbarians" vom neuen und erfreulich guten Album "Anthems For Doomed Youth" passt als Einstieg ins Konzert. Beim dritten Stück "Heart Of The Matter" ebenfalls vom neuen Longplayer, kommt Stimmung im Palladium auf. Pete Doherty wirkt abwesend, als sei er der Sidekick des agilen Carl Barat. Mal übernimmt er kurz einen Gesangspart, dann fügt er einen typisch schrägen Gitarrenlauf bei, bleibt ansonsten ungewöhnlich zurückhaltend.

Als er im letzten Teil des Konzerts den Gesangspart für die rauen Stücke des Debütalbums "Up The Bracket" übernimmt, entlädt sich aufgestaute Begeisterung, die allerdings durch einen breiigen Sound abgebremst wird. Im Zugabenteil werden die Gitarren nach vorne gemischt. Endlich klingen sie klar und scharf. Der Gesang bleibt matschig. Pete und Carl werfen sich gemeinsam ins Konzert. "Music When The Lights Go Out" und das finale "Don't Look Back Into The Sun" können für einiges, aber nicht alles entschädigen.