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Kunstausstellung Berlin: Spaniens Barockkunst kommt nach Berlin

Bild Ausstellung Berlin Spaniens Goldenes Zeitalter

Michael Eissenhauer (r), Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin, steht zusammen mit Co-Kuratorin María López-Fanjul y Díez del Corral (2vl), und Co-Kurator Roberto Contini (l) am 22.02.2016 vor einer Pressekonferenz in der Gemäldegalerie in Berlin über die geplante Ausstellung "El Siglo de Oro. Die Ära Velázquez"

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dpa

Berlin -

Es soll das „Ausstellungshighlight“ dieses Sommers in Berlin werden. Unter dem Motto „El Siglo de Oro“ - „Das Goldene Zeitalter. Die Ära Velázquez“ planen die Staatlichen Museen eine bisher wohl einmalige Schau zur spanischen Kunst des 17. Jahrhunderts. „Mit 130 Werken von 60 Künstlern zeigen wir ein vielseitiges Panorama, das in dieser Art selbst in Spanien noch nie zu sehen war“, sagte Co-Kuratorin María López-Fanjul am Montag bei der Vorstellung des Projekts.

„Das Goldene Zeitalter“ gilt als eine der wichtigsten Epochen der europäischen Kulturgeschichte - auch wenn die Kunst aus Spanien bei uns oft nicht so bekannt ist. Diego Velázquez (1599-1660) war mit seinen großartigen naturalistischen Porträts das Aushängeschild des spanischen Barock, prägend für ganze Generationen von Malern. Doch auch El Greco, Zurbarán, Murillo, Ribera und viele andere gehören zu den Meistern dieser Blütezeit.

Leihgaben aus New York und Paris

Von ihnen allen sind in der Ausstellung wichtige Werke zu sehen. Einen Teil steuert die in der Nähe des Potsdamer Platzes beheimatete Gemäldegalerie selbst bei - sie besitzt eigenen Angaben zufolge eine der größten Sammlungen spanischer Kunst in Deutschland. Hochkarätige Leihgaben kommen aber vor allem aus internationalen Häusern wie dem Prado in Madrid, dem Metropolitan in New York und dem Louvre in Paris.

Eines der spektakulärsten Werke dürfte nach Einschätzung der Veranstalter die Skulpturengruppe „Gang zum Kalvarienberg“ (nach 1610) von Gregorio Fernández sein, die noch heute bei der Karfreitagsprozession durch die Straßen der nordspanischen Stadt Valladolid getragen wird. Die monumentale Holzszene vom Leiden Christi verlässt den Angaben zufolge erstmals ihre spanische Heimat.

Aufsehen dürfte aber etwa auch das beeindruckende Bildnis der „Infantin Maria von Habsburg“ (ca. 1630) aus der Werkstatt Velázquez erregen, das in Berlin lange im Depot war und am Montag für einen Vorgeschmack schon einmal gezeigt wurde. Ebenfalls aus eigenem Bestand kommt Pedro Roldáns ergreifender Frauenkopf „Mater Dolorosa“, (um 1670-75), der auf unvergleichliche Art die weinende Schmerzensmutter darstellt.

Künstlerischen Kontinent entdecken

„Die Ausstellung zeigt, dass es kaum eine Zeit und kaum eine Region in Europa gab, in der Malerei und Skulptur so eng verzahnt waren wie im Siglo de Oro“, sagt Museen-Generaldirektor Michael Eissenhauer. Für ihn ist besonders bemerkenswert, dass der einzigartige Aufschwung der Kunst jener Epoche gerade mit dem Verlust der politischen Vormachtstellung Spaniens in Europa zusammenfiel.

Die Schirmherrschaft für die vom 1. Juli bis 30. Oktober laufende Schau haben der spanische König Felipe VI. und Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Es gebe einen ganzen künstlerischen Kontinent zu entdecken, versprach Gemäldegalerie-Direktor Bernd Wolfgang Lindemann: „Wir laden Sie alle ein, von dem, was Ihnen vielleicht bekannt ist, weiterzugucken und das, was Ihnen fremd erscheint, in seiner bestürzenden Qualität neu zu entdecken.“ (dpa)