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Oscars 2016: Endlich ein Oscar für Leonardo DiCaprio

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dpa

Los Angeles -

Selten waren sich Kollegen und Konkurrenten so einig: Leo sei außergewöhnlich und verdiene alles, hatte unlängst der britische Oscar-Gewinner von 2015, Eddie Redmayne, seinem Oscar-Mitstreiter Leonardo DiCaprio bescheinigt. Im sechsten Anflauf hat es der Hollywood-Star nun geschafft. Der 41-Jährige wurde mit seinem ersten Oscar zum besten Hauptdarsteller gekrönt.

Dafür hat sich DiCaprio schwer ins Zeug gelegt. Das seien die härtesten Dreharbeiten seines Lebens gewesen, sagt er über den Überlebens- und Rachethriller „The Revenant - Der Rückkehrer“. Darin spielt er den Pelztierjäger Hugh Glass, der von einem Grizzlybären zerfetzt und von anderen Trappern in der verschneiten Wildnis halb tot zurückgelassen wird. Gedreht wurde in heftigen Schneestürmen und eisigen Flüssen, vor der Kamera musste DiCaprio rohe Bisonleber essen.

Fünfmal war DiCaprio seit 1994 zuvor für einen Oscar nominiert, als Schauspieler und Produzent von „The Wolf of Wall Street“ und als Darsteller für „Blood Diamond“, „Aviator“ und „Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa“. Doch erst seine fast stumme Rolle als bärtiger Abenteurer unter der Regie des Mexikaners Alejandro González Iñárritu brachte ihm endlich Gold ein.

Schon als Teenager wußte DiCaprio, dass er Schauspieler werden wollte. Er lebte in einem ärmlichen Viertel von Los Angeles bei seiner deutschen Mutter Irmelin, die in den 50er Jahren aus ihrer Heimat Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen in die USA gezogen war. Nach der frühen Trennung seiner Eltern wuchs DiCaprio vorwiegend bei seiner Mutter auf. Sie habe ihn täglich zu einer weit entfernten Schule in einem besseren Viertel gefahren und ihn voll unterstützt, dankte der einzige Sohn kürzlich seiner Mutter.

„Spotlight“ als bester Film ausgezeichnet

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Das Missbrauchsdrama „Spotlight“ hat den Oscar für den besten Film des Jahres gewonnen. Der Streifen von Regisseur Tom McCarthy, der sich um die Recherchen von US-Journalisten zum Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche dreht, setzte sich am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles unter anderem gegen „The Revenant - Der Rückkehrer“ von Alejandro González Iñárritu durch.

Koproduzent Michael Sugar drückte in seiner Dankesrede die Hoffnung aus, dass „Spotlight“ ein „Signal“ an den Vatikan sende. „Dieser Film hat den Überlebenden eine Stimme gegeben, und dieser Oscar verstärkt diese Stimme“, sagte er. „Papst Franziskus: Es ist an der Zeit, die Kinder zu schützen und den Glauben wiederherzustellen.“

Die meisten Auszeichnungen heimste mit sechs Oscars der Endzeitfilm „Mad Max: Fury Road“ ein, der allerdings vor allem in technischen Kategorien ausgezeichnet wurde.

Den Oscar für die beste weibliche Hauprolle sicherte sich die US-Schauspielerin Brie Larson für ihre Leistung in dem Thriller „Raum“.

Larson spielt dort eine Mutter, die mit ihrem kleinen Sohn von einem Mann gefangen gehalten wird. Iñárritu holte mit „The Revenant - Der Rückkehrer“ den Oscar für die beste Regie. „Ich kann nicht glauben, dass das passiert“, sagte er. Bereits im vergangenen Jahr hatte er den Regie-Oscar für „Birdman“ gewonnen.

Damit ist er erst der dritte Filmemacher nach Joseph Mankiewicz und John Ford, der in zwei aufeinander folgenden Jahren in dieser Kategorie ausgezeichnet wird. Die deutschen Oscar-Hoffnungen erfüllten sich derweil nicht. Der mit dem Agententhriller „Bridge of Spies“ in der Kategorie „Bestes Szenenbild“ nominierte Berliner Filmausstatter Bernhard Henrich ging ebenso leer aus wie der Nachwuchsregisseur Patrick Vollrath, der es mit dem Familiendrama „Alles wird gut“ in der Kategorie „bester Kurzspielfilm“ in die Endauswahl geschafft hatte. (dpa/red)

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