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Porträt von Andrea Palladio aufgespürt

Zweimal Andrea Palladio: Bei dem linken Porträt handelt es sich um das Gemälde aus Moskau, das Alessandro Maganza im 16. Jahrhundert malte. Foto: Ph. Filippo Romano/Palladio Museum

Zweimal Andrea Palladio: Bei dem linken Porträt handelt es sich um das Gemälde aus Moskau, das Alessandro Maganza im 16. Jahrhundert malte. Foto: Ph. Filippo Romano/Palladio Museum

Rom -

Jahrhundertelang hatte das Aussehen von Italiens berühmtem Renaissance-Baumeister Andrea Palladio Rätsel aufgegeben - jetzt wollen Spezialisten der italienischen Polizei den Fall gelöst haben.

Mit Gesichtserkennung und anderen modernen Technologien deuteten sie ein Gemälde aus russischem Privatbesitz als das wahre Porträt des 1508 geborenen Palladio, wie Museumskurator Guido Beltramini auf einer Präsentation in Rom bekanntgab.

Das Gemälde aus Moskau, das Alessandro Maganza im 16. Jahrhundert malte, ist nun zusammen mit anderen Werken im Palladio-Museum im norditalienischen Vicenza in der Ausstellung „Andrea Palladio. Il Misterio del Volto” (Andrea Palladio. Das Geheimnis des Gesichts) bis 18. Juni zu sehen. Beltramini zeichnet mit der Schau die Suche nach dem Antlitz des Meisters nach, der mit seiner eleganten und an die Klassik angelehnten Bauweise den palladianischen Stil geprägt und Architekten über Jahrhunderte weltweit beeinflusst hat.

Aus einer Fülle von Werken, die angeblich das Gesicht Palladios zeigen, hatte Beltramini zwölf Porträts zusammengetragen, die - wissenschaftlich untermauert - von Zeitgenossen stammen. Diese übergab er den italienischen Kripo-Spezialisten, die nach dreimonatiger Ermittlung nun das Moskauer Gemälde als wahres Porträt präsentierten.

„Wir setzten Gesichtserkennung und ähnliche Technologien ein, die wir etwa auch zur Identifizierung von Verdächtigen auf Videos von Überwachungskameras benutzen”, sagte Polizeiexperte Giampaolo Zagolini am Mittwoch in Rom.

Das Rätselraten um Palladios Konterfei hatte bereits 1570 begonnen, als er seine berühmten vier Handbücher zur Architektur erstmals veröffentlichte. Ein Bild des Autors fehlte, was schon zur damaligen Zeit unüblich war. (dpa)