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Spekulationen um Tod des Spitzenpolitikers: Der Fall Uwe Barschel als TV-Thriller

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsidenten Uwe Barschel bei der spektakulären "Ehrenwort"-Pressekonferenz in Kiel

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsidenten Uwe Barschel bei der spektakulären "Ehrenwort"-Pressekonferenz in Kiel

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picture-alliance/ dpa

Kiel -

Wie durch ein Wunder überlebt ein Spitzenpolitiker einen Flugzeugabsturz - als einziger. Vor seiner auf Messers Schneide stehenden Wiederwahl platzt eine Bombe: Ein Staatskanzlei-Referent hatte den Gegenkandidaten bespitzeln lassen, eine anonyme Steueranzeige gegen ihn lanciert und Aids-Gerüchte über ihn gestreut. Als Auftraggeber bezichtigt er dann den Ministerpräsidenten, der Wochen später tot in einer Genfer Hotelbadewanne liegt. Zu viel Fantasie? Alles ist so geschehen. Die ARD hat aus dem Polit-Krimi von 1987 einen Thriller gemacht, den das Erste am Samstag (6. Februar 2016, 20.15 Uhr) im Rahmen eines Barschel-Themenabends zeigt.

„Der Fall Barschel“ verknüpft die unglaubliche reale Skandal-Tragödie („Waterkantgate“) um den früheren Kieler Ministerpräsidenten Uwe Barschel (Matthias Matschke) mit der glaubwürdigen fiktiven Story um zwei Investigativ-Journalisten (Alexander Fehling, Fabian Hinrichs). Mit dem glänzend gemachten Zweiteiler bringt Regisseur und Drehbuch- Mitautor Kilian Riedhof ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte ins TV. Er zeichnet das Bild einer Allianz zwischen Politik-Elite, Waffenhändlern und aus dem Ruder demokratischer Kontrolle geratenen Geheimdienstlern. Es geht auch um das Ethos von Journalisten.

Nahm sich der CDU-Politiker das Leben, weil er nach seinem Rücktritt im Zuge der Wahlkampfgemeinheiten des Referenten Reiner Pfeiffer (Martin Brambach) gegen den Rivalen Björn Engholm (SPD) keinen Ausweg sah? Das glaubten damals viele. Das Foto mit des toten Barschel in der Badewanne von Zimmer 317 im „Beau Rivage“ schockierte die Republik.

Mord, den keiner beweisen kann

Barschels Familie ging stets von Mord aus. Toxikologen kamen zu dem Schluss, die letzte tödliche Dosis eines Medikamentencocktails, an dem Barschel starb, habe er nicht mehr selbst einnehmen können. Weitere Indizien sprechen für Mord, den keiner beweisen kann. Ein Tatverdächtiger und ein konkretes Motiv waren nicht zu finden. Dem und viel mehr geht der Film trotz aller Fiktion sehr seriös nach.

Der Tod Barschels bleibe ein Rätsel, befand Ex-Generalstaatsanwalt Erhard Rex 2012. „Ein Mord, der keiner sein durfte“ heißt ein Buch von des Ex-Chefermittlers Heinrich Wille, Fachberater für den Film. „Ich bin nach wie vor der festen Überzeugung, dass es Mord war“, sagt er. „Bei Giftmord eines unbekannten Täters kann es zwar einen Rest Unsicherheit geben; die Argumente gegen die Möglichkeit eines Suizid überwiegen aber deutlich.“

Verwicklung in dubiose Waffengeschäfte gilt meist als Hintergrund für Mord, hinter dem Geheimdienste gesteckt haben sollen: wahlweise Mossad, CIA oder andere. Ein Staatskomplott sieht im Film der Journalist David Burger (Alexander Fehling). „Barschel ist mit Wissen der Bundesregierung ermordet worden?“, fragt ungläubig sein Ressortchef. „Wenn die Bonner mich fallenlassen, dann lernen die mich kennen“, sagt im Film Barschel in einem abgehörten Telefonat.

Lesen sie auf der nächsten Seite, was der Regisseur des Films mit Barschel verbindet.

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