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Tanztheater in Wuppertal: Adolphe Binder wird Intendantin der Pina Bausch Compagnie

Kulturmanagerin Adolphe Binder wird in Wuppertal als neue künstlerische Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch vorgestellt.

Kulturmanagerin Adolphe Binder wird in Wuppertal als neue künstlerische Intendantin des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch vorgestellt.

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dpa

Wuppertal -

Die Kulturmanagerin und Tanzkuratorin Adolphe Binder wird neue Intendantin des renommierten Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch. Binder (46), derzeit künstlerische Direktorin der Danskompani im schwedischen Göteborg, tritt ihr neues Amt im Mai 2017 an. Das habe der Beirat des Tanztheaters am Montag einstimmig beschlossen, teilte Geschäftsführer Dirk Hesse mit. Der Vertrag laufe fünf Jahre. Binder werde nicht selbst choreographieren, sondern sie solle Gäste für neue Arbeiten der Compagnie einladen, zugleich das Repertoire von Pina Bausch pflegen und spartenübergreifend arbeiten.

Noch bis zu diesem Sommer wird die 35-köpfige Compagnie von Lutz Förster, einem langjährigen Weggefährten von Pina Bausch, künstlerisch geleitet. Förster nimmt dann wieder seine Lehrtätigkeit an der Folkwang Universität der Künste in Essen auf. Der Spielplan der Truppe steht aber bereits bis 2017.

Langsame Verjüngung begonnen

Die legendäre Tanzkünstlerin Pina Bausch war 2009 gestorben. In den vergangenen Jahren war ein behutsamer Verjüngungs- und Transformationsprozess des Tanztheaters eingeleitet worden. Erstmals hatte die Compagnie im vergangenen September neue Stücke anderer Choreographen aufgeführt. Weiterhin tanzt die Truppe auch weltweit erfolgreich die Stücke von Pina Bausch.

Die in Rumänien geborene und in Deutschland aufgewachsene Adolphe Binder war unter anderem Dramaturgin an der Deutschen Oper in Berlin, Tanzchefin an der Komischen Oper Berlin und Kuratorin für internationale Tanzorganisationen. Binder studierte Kulturmanagement sowie Deutsche Literatur, Geschichte und Politik in Hannover und Harvard.

Mit Binder komme eine international renommierte Persönlichkeit des zeitgenössischen Tanzes nach Nordrhein-Westfalen, sagte NRW-Kulturministerin Christina Kampmann (SPD). „Wir trauen ihr zu, das international besetzte Ensemble auf hohem Niveau weiterzuentwickeln und in die Zukunft zu führen.“

Geschäftsführer Hesse sagte, für ein Tanztheater sei es ungewöhnlich, eine Intendantin zu haben. Es sei aber eine „bewusste Entscheidung“ gewesen, dass die neue Leiterin nicht selbst choreographiere. Binder sei bestens vernetzt. Die Compagnie brauche „eine Person von draußen“, die die Truppe neue profiliere.

„Bin nicht die Nachfolgerin von Pina Bausch“

„Ich fühle mich wahnsinnig geehrt, das ist eine Riesenaufgabe“, sagte Binder der Deutschen Presse-Agentur. Sie übernehme die Gesamtverantwortung für die Compagnie. „Aber ich bin nicht die Nachfolgerin von Pina Bausch.“ Sie wolle die Truppe in die Zukunft führen, das Bausch-Erbe bewahren und zugleich den Generationswechsel fortsetzen. „Ich bringe auch einen Blick von außen ein“, sagte Binder. Im Sinne von Pina Bausch bringe sie Energie und Risikobereitschaft mit und wolle auch neue Formate entwickeln.

Binders Fokus liegt nach Angaben des Tanztheaters auf der Konzeption und Entwicklung spartenübergreifender künstlerischer Projekte. Stationen ihrer Karriere waren auch Festivals, Kulturzeitschriften, ein Underground-Club, die EXPO 2000 Hannover bis hin zu ihrer eigenen künstlerischen Beratungsfirma und Kreativagentur BPB, die sie bis 2011 leitete.


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