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Viele Attraktionen: Das bringt das Ausstellungsjahr 2016 in Köln, Bonn und der Region

"Rheinfall mit Kanzel und Springer": Michael Lios Foto wird in der Bonner Bundeskunsthalle gezeigt. (Foto: Bundeskunsthalle)

"Rheinfall mit Kanzel und Springer": Michael Lios Foto wird in der Bonner Bundeskunsthalle gezeigt. (Foto: Bundeskunsthalle)

Köln -

1976 schenkte das Sammlerpaar Peter und Irene Ludwig 350 Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst mit der klugen Auflage, dafür ein Museum zu bauen. Ein Glücksfall: 1986 wurde das Museum Ludwig eröffnet, 30 Jahre später wird nun gefeiert. "Wir nennen es Ludwig" heißt die Jubiläumsschau. Zuvor versucht Ludwig-Chef Yilmaz Dziewior einen Brückenschlag zwischen Venedig und Köln: 2015 zeigte er den minimalistischen Raumkünstler Heimo Zobernig auf der Biennale, ab Februar transferiert er dessen Gedanken ins Ludwig.

Mit Fernand Léger wird ein Maler gefeiert, den die Ludwigs sehr schätzten. Vor 30 Jahren erwarben sie das Wandgemälde "Les Plongeurs", um das herum eine Werkschau gebaut wird.

Mit einem vielversprechenden Doppel setzt das Wallraf-Richartz-Museum einen Akzent: "Von Dürer bis van Gogh" ist die Schau überschrieben, bei der die Sammlung des Zürcher Industriellen Emil Bührle in einen Dialog mit den Wallraf-Schätzen tritt. Und als Forschungsinstitut präsentiert sich das Wallraf mit einer Recherche nicht nur über das Antwerpener Altarbild der Kölner Kreuzbrüder, sondern auch über ein spannendes Kapitel Kölner Malerei und Kunstgeschichte (ab Mitte März)

Die Kollegen an der Cäcilienstraße stricken das Thema weiter mit der Sonderausstellung "Expedition Mittelalter. Das ganze Museum Schnütgen", eine Entdeckungstour durch die Sammlung. Die wunderbare chinesische Schriftkunst begegnet dem Besucher des Museums für Ostasiatische Kunst gewöhnlich nur nebenbei, nun konzentriert sich das Haus auf Schriftkunstwerke aus fünf Jahrtausenden.

Das Römisch-Germanische Museum porträtiert die Stadt Köln als Zentrum antiker Glaskunst und präsentiert ab Oktober unter dem Titel "Via Appia Antica" Fotos des Kölners Martin Claßen. Ein zeitgemäßes Thema bereitet das Rautenstrauch-Joest-Museum kulturgeschichtlich auf: "Pilgern - Sehnsucht nach Glück". "Gussgeschichte(n). Das plastische Werk von Käthe Kollwitz" wirft im Käthe Kollwitz Museum einen Blick auf das bildhauerische Werk der Kollwitz. Annelies Kretschmer, eine der großen Fotografinnen der Weimarer Zeit, wird im Herbst präsentiert. Ein bunter Hund und genialer Kopf der 60er und 70er Jahre, der Designer Willy Fleckhaus schließlich, der die Regenbogenästhetik der "edition suhrkamp" erfand, wird im Museum für Angewandte Kunst gewürdigt.

Der Rhein als großes Thema in Bonn

Der Rhein wird sicherlich das große Ausstellungsthema des Jahres in Bonn. Wenn ab September die Bundeskunsthalle ihre große kulturgeschichtliche und politische "Europäische Flussbiografie" schreibt, die von der Urzeit in die Gegenwart reicht, darf man Spektakuläres erwarten. Zu der Reihe von Leihgebern zählt auch das LVR-Landesmuseum in Bonn, das sich für fast fünf Monate von einem seiner Hauptstücke, dem Doppelgrab von Oberkassel, trennt, ansonsten die hochkarätige Fotografieschau "Bilderstrom" beisteuert. Die brisanteste Ausstellung des Jahres dürfte die für Ende 2016 geplante Schau über den Schwabinger Kunstfund in der Bundeskunsthalle sein, der Versuch, den Fall Gurlitt wissenschaftlich aufzurollen und 71 Jahre nach Kriegsende das Thema NS-Raubkunst entscheidend weiter zu bringen. Bundesweite Diskussionen sind programmiert.

Hochkarätig besetzt ist die Ausstellung "Das unheimliche Heim" im Kunstmuseum Bonn mit Werken von Munch bis Beckmann. Die Schau "Mit anderen Augen" widmet sich dort in einer Kooperation mit der Kölner SK Stiftung Kultur der Fotografie als Porträtmedium.

Arp-Museum blickt auf Dada-Geschichte

Mit "Aufschlussreiche Räume. Interieur als Porträt" geht das Museum Morsboich in Leverkusen ins neue Jahr. Außerdem steht der Kubaner Diango Hernández auf dem Programm. Im Herbst darf man sich auf "Drama Queens" freuen. Jedes Kunstwerk führe sein eigenes Drama auf, heißt es. Im Brühler Max-Ernst-Museum setzt man nach dem fulminanten Tim Burton erneut auf irritierende Bildwelten, diesmal mit einer historischen Position: Maurits Cornelis Escher.

Das Arp Museum Bahnhof Rolandseck blickt zurück auf die Dada-Anfänge in Zürich - am 5. Februar 1916 wurde Dada von Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Tristan Tzara und Hans Arp im "Cabaret Voltaire" in Zürich gegründet -, widmet sich ansonsten der britischen Bildhauerin Barbara Hepworth mit einer Werkretrospektive.