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Anatomisches Institut in Köln: Selbstmord nach Chaos in der Anatomie?

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Ein früherer Leiter des Anatomischen Instituts der Uni Köln hat offenbar Selbstmord begangen. Wenige Tage zuvor war er in die Kritik geraten im Zusammenhang mit Unregelmässigkeiten bei der Aufbewahrung der Leichen im Institut. Von
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Universität zu Köln
Im Anatomischen Institut der Universität zu Köln hatte es Unregelmäßigkeiten in der Buchführung zu Körperspenden gegeben.
Foto: Gauger
Köln

Ein früherer Leiter des Anatomischen Instituts der Uni Köln hat offenbar Selbstmord begangen. Der Forscher im Ruhestand war vor wenigen Tagen in die Kritik geraten, weil es unter seiner Führung zu Unregelmäßigkeiten bei der Aufbewahrung von Leichen gekommen sein soll. Nach Informationen der Rundschau haben Polizisten den toten Körper des Mannes in der Nacht zu Freitag an einer Brücke über die Autobahn 4 gefunden. An der Leiche sollen Schnittwunden festgestellt worden sein. In der Nähe des Körpers soll sich eine Frau aufgehalten haben. Die Polizei geht derzeit offenbar dennoch davon aus, dass sich der Mediziner selbst erstochen hat.

Sprecher von Polizei und Staatsanwaltschaft sagten auf Anfrage nur, es sei nach einem Leichenfund ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Derzeit gebe es aber keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Eine Sprecherin der Uni berichtete vom Tod des früheren Anatomie-Leiters. Sie äußerte sich nicht zu den Todesumständen, sagte aber, die Uni trauere um den Wissenschaftler. Er sei sehr beliebt gewesen.

Nach Informationen der Rundschau hat der Mediziner einen Abschiedsbrief hinterlassen. Darin sollen die Diskussionen um die Leichenaufbewahrung im Anatomischen Institut erwähnt sein. Vor wenigen Tagen hatten Verantwortliche der Universität öffentlich von den Unregelmäßigkeiten berichtet. Ihren Angaben zufolge hatten sich im Anatomischen Institut rund 100 sezierte Leichen angesammelt, die schon hätten bestattet werden können. Die Identität von drei Leichen sei ungeklärt, hieß es weiter. Die Staatsanwaltschaft hat die Zustände in der Anatomie bislang nicht zum Anlass für Ermittlungen genommen.

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