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Die Neugierde aufeinander wecken

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„Ausländer raus!“ Wenn sie diesen Spruch hören, stellen sie sich sofort eine ganz simple Frage: „Wohin soll ich denn?“ Mehr als 90 afrodeutsche Musiker haben... Von
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„Ausländer raus!“ Wenn sie diesen Spruch hören, stellen sie sich sofort eine ganz simple Frage: „Wohin soll ich denn?“ Mehr als 90 afrodeutsche Musiker haben sich im Jahr 2000 zur antirassistischen Organisation „Brothers Keepers“ zusammengeschlossen. Gestern waren einige der Künstler am Nicolaus-August-Otto-Berufskolleg in Deutz zu Gast. Sie kamen, um den Schülern zu erklären wie es ist, wenn man nicht nur eine Heimat hat und nicht nur eine Kultur lebt - aber Deutschland trotzdem ein echtes Zuhause ist.

„Ich bin in Köln aufgewachsen, ich bin hier zu Hause“, erzählt Mariama Jalloh. Der Vater der 22-Jährigen stammt aus Sierra Leone. Genauso wie sie ist Kabarettist Jürgen Becker ein echter Kölner. Er übernahm die Schirmherrschaft für die Veranstaltung: „Man muss etwas gegen Rassismus tun, sonst breitet er sich immer weiter aus.“

Um zu zeigen, was Rassismus auslösen kann, hatte „Brothers Keepers“ den Film „Yes I am“ mitgebracht. Er porträtiert die drei afrodeutschen Künstler Adé Bantu, D-Flame und Mamedee. Sie schildern mitreißend ihre Alltags-Probleme mit dem Deutschsein, wenn man rein äußerlich nicht der gängigen Vorstellung eines Deutschen entspricht.

Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um den Musikern Adé Bantu, General Snipe und Mariama Jalloh Fragen zu stellen. Mit dabei natürlich: „Als was fühlt Ihr Euch?“ Bantu weigert sich, einen Teil von sich aufzugeben: „Eine Hälfte ist deutsch. Die andere ist nigerianisch.“ Er wohnt sowohl in Nigerias Metropole Lagos als auch in Köln. „Ich lebe in zwei Welten - aber das hat viel Positives.“

Parolen und Gewalt sind das eine. 2001 gründete sich „Brothers Keepers“ in der Folge des Todes von Alberto Adriano. Der Deutsche mit mosambikanischen Wurzeln war in Dessau in Sachsen-Anhalt von Neonazis zu Tode geprügelt worden. Doch Rassismus hat auch latente Facetten. Zu der Berufsschule in Deutz, an der die Schüler kraftfahrzeugtechnische Berufe erlernen, gehen viele Jugendliche mit einem multikulturellen Hintergrund. Einer der Jugendlichen erzählt, dass er weniger offenen als viel mehr verdeckten Rassismus verspürt: „Besonders bei der Suche nach einer Wohnung oder nach Arbeit bekommt man es ab.“ Wer aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Religion oder seiner Sprache abgelehnt wird, der spüre einen ganz speziellen, demütigenden Schmerz, sagen die Musiker: „Wer ihn nie gefühlt hat, kann ihn auch nicht nachvollziehen.“

Adé Bantu sieht sich aber auch selbst in der Pflicht: „Beide Seiten müssen sich öffnen. Wenn wir nicht neugierig aufeinander sind, dann kann sich auch nichts ändern.“ Angst mache ihm der Erfolg von Gruppierungen wie dem rechten Bündnis „Pro Köln“. Denn das hetze in Köln schonungslos gegen alles Fremdartige. „Und bisher weiß sich das tolerante Köln offenbar noch nicht so recht dagegen zu wehren . . .“

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