Lokales
Das Fenster in die Region: Die wichtigsten Nachrichten und Bilderstrecken auf einen Blick

Vorlesen
0 Kommentare

Pfarrer Franz Decker: „Dem Menschen seine Würde geben“

Erstellt
Pfarrer Franz Decker hat sich stets als Anwalt der Schwachen begriffen. Seine elfjährige Tätigkeit als Kölner Caritasdirektor wird er am 31. März beenden. Von
Drucken per Mail
Decker
Pfarrer Franz Decker beendet seine elfjährige Tätigkeit als Kölner Caritasdirektor am 31. März. (Bild: Gauger)
Köln

„Keine Kürzungen für Kurze“. Es ist nur ein Aufkleber am Auto, der gleichwohl ganz typisch ist für dessen Besitzer. Pfarrer Franz Decker hat sich stets als Anwalt der Schwachen begriffen und unermüdlich Mitstreiter für die gute Sache gesucht, gewonnen und in ihrem Engagement bestärkt. „Mit meinem Priesteramt habe ich ein Leitungsamt bekommen und nicht gefaltete Hände“, sagte der Geistliche gestern im Rückblick auf die elfjährige Tätigkeit als Kölner Caritasdirektor, die er am 31. März beenden wird.

Leitung von mehr als 2300 Mitarbeitern

Ob er sich für Arbeits- oder Obdachlose stark machte, ob für Menschen mit Behinderung, für Alte oder Kranke - Ziel seines Handelns war es, „dem Menschen seine Würde zu geben“. Als Gemeindepfarrer habe er gelernt, „wer die Leute sind“. Das hat geholfen, als ihm im Jahr 2000 - damals war er Dechant der Pfarreien in Hürth - die Leitung des Verbandes mit 1500 hauptamtlichen und 850 ehrenamtlichen Mitarbeitern übertragen wurde - „die schwierigste Aufgabe in meinem Leben“.

Seine Aufgabe sah der überaus geschätzte Theologe und Sozialpädagoge darin, Kirchlichkeit, Fachlichkeit und Wirtschaftlichkeit zu sichern - letzteres auch in schwierigen Zeiten, die ihn zwangen, das „Unternehmen Caritas“ effizienter zu gestalten. Es ist ihm gelungen, indem er verbandliche und gemeindliche Arbeit enger zusammenführte, die Mitarbeiter ernst nahm, ihnen zuhörte, sie in Entscheidungen einband und auf diese Weise motivierte. Zusammengeführt hat er auch die Dienste und Einrichtungen des Verbandes, etwa in Mülheim, wo alle Ansprechpartner der Caritas in einem Haus nahe der Kirche zu finden sind.

Und Decker hat zuweilen auch die Wut bekommen, etwa wenn die Politik ohne Konzept den Rotstift ansetzte und sinnvolle Programme strich. Aber auch hinsichtlich der eigenen Kirche, „weil es ihr nicht gelungen ist, sich mit ihrem wunderbaren Schatz an Bildern, Visionen und Erfahrungen ins Gespräch mit der modernen Welt zu bringen: Kirchliche Hierarchie hat es nicht verstanden, der Herausforderung der Säkularisierung produktiv zu begegnen.“ Zu oft verunsichere die Sprache der Kirche, mache sie schweigsam. „Predigten müssen Herzen öffnen und nicht die Menschen mutlos machen“, sagte Decker, der auch den Umgang mit dem Thema Missbrauch kritisierte. Die Reaktion auf das Problem habe sich vor allem in Präventionsmaßnahmen erschöpft.

Die Leitung des Caritasverbandes werden die bisherigen Geschäftsführer Peter Krücker und Hubert Schneider übernehmen. Es wird künftig also kein Priester mehr dem Vorstand angehören - eine Entscheidung, die Decker ebenfalls bedauert. Nach seinem Abschied in den Ruhestand wird der 68-Jährige weiterhin theologische Kurse geben und zuweilen Messen lesen. Und Decker ist schließlich auch noch „Großvater“ - vor vielen Jahren nahm er im Hürther Pfarrhaus einen Pflegesohn auf, den er später adoptierte. „Inzwischen ist er 36 Jahre alt und hat mich zum Opa gemacht.“

Köln und Region
Weihnachtsmarkt am Dom

Wo macht das Glühweintrinken am meisten Spaß? Wir stellen stimmungsvolle Weihnachtsmärkte vor.

Rundschau-Service
Symbolbild

Die Polizei führt täglich in Köln und Umgebung Kontrollen durch. Wir zeigen Ihnen, wo heute geblitzt wird.

Rundschau auf dem iPad
Unsere Sonderveröffentlichungen
FACEBOOK
Kleinanzeigen
Anzeige

Wissenswertes aus dem schönen Wipperfürth und Event-Hinweise gibt es im Online-Spezial.

Kölnische Rundschau
Lokalsport in der Region
Rundschau-Altenhilfe

Die Rundschau-Altenhilfe unterstützt ältere Menschen mit Spenden und Zuwendung. Helfen Sie mit!

Rundschau-Service