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Pferdeschutzhof: Erneut Brandanschlag auf Tierschützer

Erstellt 06.03.2011
Bereits zum insgesamt vierten Mal hat es am Samstagabend auf dem Kölner Schutzhof für Pferde im Weidenpescher Norden gebrannt. Alles deutet auf Brandstiftung hin. Das letzte Feuer datiert erst von Oktober 2009. Die Hofgründerin Ruth Machalet schätzt den Schaden auf rund 20.000 Euro. Von Bernd Schöneck
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Brand auf Pferdeschutzhof
Erneut hat ein Feuer Teile des Weidenpescher Pferdeschutzhofes verwüstet. (Bild: Ruth Machalet)
Köln. 

Bereits zum vierten Mal hat es am Samstagabend auf dem Kölner Schutzhof für Pferde im Norden von Weidenpesch gebrannt. Dabei wurde die erst nach dem letzten Feuer im Oktober 2009 neu errichtete Scheune ein Raub der Flammen. Außerdem wurde der Bestand an Heu, Stroh und Futtermitteln vernichtet; auch Elektroleitungen und Dächer wurden in Mitleidenschaft gezogen, ebenso der Container für die Tiertafel, die hier - analog zum System der Lebensmitteltafeln - Futter für Tiere von bedürftigen Haltern ausgibt. Nur dem schnellen Eingreifen von Feuerwehr und Polizei ist es zu verdanken, dass nicht noch mehr verbrannte.

"Wir gehen nicht mehr von einem Zufall aus", meinte die geschockte Leiterin der Tierschutzeinrichtung, Ruth Machalet, im Gespräch mit rundschau-online.de. Noch am Samstagnachmittag seien Helfer auf dem Hof gewesen, zu diesem Zeitpunkt sei alles bestens gewesen. Sie schätzte den Brandschaden auf rund 20.000 Euro. "Wir wissen noch nicht, wie es weitergehen soll." Zusätzlich zum finanziellen Schaden machen sich die Ehrenamtler der Schutzhofes auch Sorgen um einige Tiere: So schwebe ein 30-jähriges Pony, das bereits vorher an einer Atemwegserkrankung litt, wegen des eingeatmeten Qualms in Lebensgefahr. Ein 40-jähriges erblindetes Pferd hat sich in Panik versetzt und scheint sich nicht mehr zu beruhigen. "Wir vermissen auch eine Katze", so Machalet. Derzeit warteten die Helfer auf den Tierarzt, welcher die Schützlinge untersuchen soll.

Schon mehrfach sind auf die 1988 gegründete Einrichtung im Landschaftsschutzgebiet "Auf dem Ginsterberg" zwischen Mauenheim, Weidenpesch und Longerich Anschläge verübt worden: So gab es bereits 1999, 2002 und 2009 Brandstiftungen. Auch gegen die Tiere selbst richtet sich Gewalt: 1998 waren sieben Tiere von Unbekannten vergiftet worden; drei von ihnen verstarben an den Folgen. 2002 verletzte ein Messerstecher mehrfach einige der Pferde auf dem Hof. Lange musste die Einrichtung auch um ihr Fortbestehen kämpfen: Erst im Mai 2009, knapp nach dem 20-jährigen Jubiläum, beschloss der Rat der Stadt Köln einen Bebauungsplan, der den Bestand des Pferdeschutzhofes planungsrechtlich absicherte.

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