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Kinderbetreuung in Belgien: Keine Diskussionen

Ein paar Wochen Eingewöhnungszeit brauchte die kleine Adriana.

Ein paar Wochen Eingewöhnungszeit brauchte die kleine Adriana.

Klare Ansagen. Keine Diskussionen. Punkt. Als Cecilia Fleta ihre 20 Monate alte Tochter Adriana zum ersten Mal in die Tagesstätte brachte, stellte die Erzieherin sofort klar: An den ersten zwei Tagen sollte die Mutter je eine Stunde mit dem Kind zur Eingewöhnung bleiben, danach kommt die Tochter einen halben Tag allein - und schon am Ende der Woche bleibt die Kleine den ganzen Tag über in der Krippe. Dieses strenge Programm hat Cecilia Fleta überrascht. Aber es hat funktioniert. Auch, weil die Kita am Ende doch ein Einsehen hatte: Es wurde ein weiterer halber Eingewöhnungstag eingeschoben. Schließlich ist man in Belgien flexibel.

Cecilia Fleta ist im Sommer aus Spanien nach Brüssel gekommen. Der Liebe wegen, ihr Mann arbeitet nun in Belgien. Was sie an den belgischen Kitas schätzt? "Die Offenheit", sagt Fleta. "In Spanien hieß es für die Eltern immer: Wir müssen leider draußen bleiben. Hier wollen die Erzieherinnen, dass man mit reinkommt, die Gruppe kennenlernt." Und es gibt eine gute Betreuung. Eine Sozialarbeiterin der Stadt berät die drei Kitas im Stadtteil zusätzlich. Erziehungsprobleme oder Verhaltensauffälligkeiten können da besprochen werden. Oder einfach Alltagsprobleme wie der Umzug von einem Land ins andere. Noch von Spanien aus haben die Fletas die Krippe ausgesucht und ihre Tochter angemeldet - angeklickt übers Internet. So einfach geht das in Belgien. In Brüssel herrscht eine internationale Atmosphäre, das gilt auch für die Kitas. Deshalb gibt es in Adrianas Kita eine muntere Sprachenvielfalt. Worte wie "Pain" für Brot oder "Table" für Tisch gehen dem Mädchen schon locker über die Lippen.