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Kriegsgefangenen-Drama: Die Odyssee des Clemens F.

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Ende der 50er Jahre war's ein Straßenfeger: Die dramatische Tausende Kilometer währende Flucht eines deutschen Offiziers aus einem russischen Kriegsgefangenenlager, erzählt nach einer wahren Begebenheit. Vor genau 50 Jahren lief "So weit die Füße tragen" im Fernsehen. Von
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Als der Sechsteiler „So weit die Füße tragen“ mit Heinz Weiss vor 50 Jahren, am 1. Februar 1959, seine TV-Premiere feierte, war das Thema in der Bundesrepublik hochaktuell; es war keine vier Jahre her, dass die letzten deutschen Kriegsgefangenen heimgekehrt waren.

Regisseur Fritz Umgelter hatte die Geschichte nach dem Roman von Josef Maria Bauer in Szene gesetzt, und Bauer hatte das Flüchtlings-Drama nach einer wahren Begebenheit aufgeschrieben. Gemäß einer Vereinbarung mit seinem Informanten hielt er dessen Namen geheim. Inzwischen scheint klar zu sein, dass es sich um Cornelius Rost handelte, der 1983 im Alter von 61 Jahren in München starb.

Den Auftrag, seinen erfolgreichsten Roman (übersetzt in 15 Sprachen) zu schreiben, erhielt Bauer von dem Münchner Verleger Franz Ehrenwirth, in dessen Unternehmen Rost angestellt war und der seinem Chef eines Tages die unglaubliche Geschichte seiner Flucht erzählte. In seinen privaten Erinnerungen berichtet Bauer, dass ihm bei Aufzeichnung der Tonbandprotokolle ein „körperliches und seelisches Wrack“ gegenübergesessen habe. Rost fürchtete Zeit seines Lebens die Rache des KGB - vor allem, nachdem der erste Teil der Fernsehserie mit gigantischem Erfolg ausgestrahlt worden war.

In Bauers Buch heißt Cornelius Rost „Clemens Forell“, und gespielt wurde er von Heinz Weiss, den die Rolle zum TV-Star machte. Als „Traumschiff“-Kapitän Heinz Hansen konnte er später - von 1983 bis 1999 - einen zweiten Meilenstein seiner Karriere setzen. Der 87jährige lebt heute in München. 1999 musste ihm als Folge einer nie ausgeheilten Kriegsverletzung das rechte Bein abgenommen werden.

„So weit die Füße tragen“ ist eine atemberaubende Abenteuergeschichte, in der ein dramatischer Höhepunkt den nächsten jagt: Nachdem er zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt und in das Lager von Kap Deschnjow an der äußersten Spitze der Tschuktschen-Halbinsel an der Beringstraße transportiert wird, findet Clemens Forell nach seiner Flucht bei Rentierhirten Unterschlupf, wird in eine tödliche Auseinandersetzung in einem Goldbergwerk verwickelt, von Wölfen angefallen und von Jakuten gesund gepflegt, muss sich als entlassener baltischer Sträfling ausgeben, versucht vergeblich, über die Grenze zur Mongolei zu fliehen, gibt dann fast auf und gelangt doch noch mit Hilfe von Schmugglern quer durch den Kaukasus nach Täbris im Iran, wird dort für einen russischen Spion gehalten, dann aber doch identifiziert. Schließlich trifft er zwei Tage vor Weihnachten im Jahre 1952 in München ein.

Die packende Story, die menschlichen Verwicklungen, die Schilderung der Zustände im sowjetischen Lager, die Beschreibung des Lebens jener Menschen, denen Forell begegnet, und die Naturaufnahmen machten den Reiz des Streifens aus. „So weit die Füße tragen“ war Gesprächsthema Nummer eins. So erfolgreich war das Remake, 2001 gedreht von Ex-Stuntman Hardy Martins (Hauptrolle Bernhard Bettermann), bei weitem nicht.

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