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Stoffwechsel: Dreimal schlafen pro Tag ist optimal

Für Körper, Geist und Seele ist Schlaf unentbehrlich.

Für Körper, Geist und Seele ist Schlaf unentbehrlich.

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dpa

Köln -

Laut Erhebung des Robert-Koch-Instituts leiden 36 Prozent der Deutschen unter Schlafstörungen oder fühlen sich morgens nicht gut erholt. Hinzu kommt, dass 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen zu viel Gewicht auf die Waage bringen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung dokumentiert einen erschreckenden Trend: Die Dicken werden immer dicker. Die Ursache ist meist schnell gefunden, denn entweder sind es "irgendwie die Gene" oder "mit meinem Stoffwechsel und Grundumsatz stimmt was nicht". Korrekt: Mit dem Stoffwechsel und Grundumsatz stimmt in der Tat was nicht. Wenn beide nicht gefordert und gefördert werden, legt sich der Körper in seiner Not Rettungsringe zu. Wer diesen Rettungsringen mit Diäten den Kampf ansagt, der scheitert in 90 Prozent der Fälle grandios, was große Studien beeindruckend belegen. "Menschen essen langfristig das, was ihnen am besten schmeckt", so Professor Andreas Pfeiffer, Leiter der Abteilung für Endokrinologie, Diabetes und Ernährung der Charité in Berlin, denn geschmacklich attraktiv seien für viele Menschen insbesondere fett- und zuckerhaltige Nahrungsmittel. Weil dem so ist, plädieren der Gesundheitsexperte Professor Ingo Froböse und der Schlafmediziner Michael Feld, dass man das Dreigestirn "Grundumsatz, Stoffwechsel, Schlaf" tunlichst in den Griff bekommen sollte, damit Körper und Organismus in Balance bleiben - und ganz nebenbei die Figur davon profitiert.

Stoffwechsel als Reparatursystem

Grundumsatz und Stoffwechsel reagieren nicht sonderlich effektiv auf Pillen und Pülverchen, sondern nur auf Eigeninitiative des Menschen. Daher führt kein Weg vorbei an: Bewegung - aber bitte richtig; qualitativ gutes Essen in ausreichender Menge - ohne dass Kopf und Körper darben müssen; erholsamer Schlaf, weil man sonst langsam, aber stetig rund zwei Kilo pro Jahr zunimmt. Wer das nicht beachtet, bei dem wird nicht nur das Körpergewicht zum Problem, sondern auch der Reparatur-Stoffwechsel in der Nacht. Denn, so Froböse und Feld: "Schlaftabletten, wenn sie jahrelang ohne ärztliche Kontrolle und ohne triftigen Grund eingenommen werden, können das System der Reparatur im Stoffwechsel-Zyklus verändern, da sie in manchen Fällen die wichtigen Tief- und Traumschlafphasen vermindern."

Nicht besser ergeht es Menschen, die Abführmitteln nehmen. Die Hoffnung mag mitschwingen, dass man dem Organismus mit Abführpillen ein Schnippchen schlagen kann, wenn er nicht alle Leckereien, die man sich zugeführt hat, in der ganzen Bandbreite auswerten kann, da die Nahrung im Eiltempo durchs Gedärm rauscht. "Ein Trugschluss mit bedenklichen Folgen, werden den Zellen doch dadurch wertvolle Nährstoffe versagt und sie sind langfristig unterernährt", so Froböse. Denn, so erklärt er weiter, "die Kalorienmenge sagt gar nichts darüber aus, wie viel davon wirklich für die Körperzellen nutzbar ist." Die Zusammensetzung der Darmflora hat das Sagen. "Bis zu 100 Billionen Bakterien aus bis zu 400 verschiedenen Stämmen und Kulturen leben im Darm friedlich nebeneinander und tun ihre Arbeit. Wer aber zum Beispiel viel Zucker konsumiert, dessen zuckerliebende Zellen werden dominant und verdrängen die anderen." Was nichts anderes heißt als: Einseitige Ernährung verändert die Darmkultur und verhindert, dass die Zellen ausgewogen versorgt werden.

Die Aussichten, mit solch unterernährten Zellen leben zu müssen, sind nicht sonderlich rosig: "Das bedeutet vorzeitige Alterung." Begleitet von so gefährlichen "Nebenwirkungen" wie beispielsweise Osteoporose, eine Erkrankung, die die Knochen brüchig werden lässt. Der Gesundheitsexperte: "Osteoporose ist nicht nur hormonell bedingt, sondern wird auch beeinflusst durch den Lebensstil und Nährstoffmangel für den Stoffwechsel in den Knochen. Der klappt nicht, wenn wir ein inaktives und ungesundes Leben führen." Zum einen brauchen Knochen laut Froböse "die vertikale Stoßbelastung", was volkstümlich ausgedrückt nichts anderes bedeutet als springen und hüpfen. Zum anderen mögen Knochen die Übersäuerung des Körpers nicht, die man sich einhandelt, wenn man zu viel des Guten genießt von: Limonaden, süßen Säften, Fastfood, Fleisch und einigen wenigen Milchprodukten. Der PH-Wert verändert sich negativ, was man übrigens beim Urinieren testen kann mit Streifen, die in der Apotheke zu kaufen sind, oder aber man geht zu seinem Hausarzt und lässt es von ihm messen. Froböse: "Wenn wir übersäuert sind, versucht der Körper das zu neutralisieren. Dazu braucht er Calcium, weil es das saure Milieu neutralisiert. Calcium aber zieht sich der Organismus aus den Knochen und schwächt damit deren Festigkeit, was wiederum zu einem massiv veränderten Knochen-Stoffwechsel führt." Ein Teufelskreis.

Diese fein aufeinander abgestimmten unterschiedlichen Stoffwechsel-Rhythmen tagsüber und in der Nacht sind punktgenau aufeinander abgestimmt. Die zähe Natur des Menschen und die große Anpassungsfähigkeit des menschlichen Organismus machen es uns oft leicht, über die Stränge zu schlagen. Körper und Organismus passen sich an - für eine gewisse Zeit. Wer diese Frist überschreitet, muss mit den Konsequenzen leben, weil, so Froböse: "Die 60 Billionen Zellen des Körpers sind stärker als wir und fordern ihr Recht."

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