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Mit Feng Shui ein edles Pferd gerettet

Brühl - Eine Araberstute war es, die den diplomierten Mathematiker Ansgar Meyer von der Zahlenwelt in die Erfahrungswelt der Erdkräfte führte.

„Asari“, so der Name des edlen Araber-Pferdes, war von Meyers Ehefrau Ursula mit in die Ehe gebracht worden, und sie hatte ihrem Mann auch das Feng Shui, die chinesische Ausprägung der Geomantie, der Lehre von den Kräften der Erde, mitgebracht. Vor zwei Jahren nun hatte „Asari“ einen schweren Unfall auf der Weide erlitten. Ein Vorderbein wurde dabei nahezu zerfetzt; die Tierärztin sagte eine Überlebenschance von nur fünf Prozent voraus. „Wir gaben aber nicht auf, sondern probierten die ganze Palette der alternativen Heilmethoden aus“, berichtet Ansgar Meyer. Damals leitete er noch das Alten- und Pflegeheim Johannesstift in Brühl.

Das Ehepaar, das heute drei Pferde besitzt, schaffte es, die Stute so gesund zu pflegen, dass sie heute wieder geritten werden kann.

Die Erfahrung zog für den Diplom-Mathematiker, der das Fach ohnehin nur studiert hatte, weil das wegen seiner guten Schulnoten nahe lag, erneut eine berufliche Veränderung nach sich. Der in Brühl aufgewachsene Ansgar Meyer hatte sich nach abgeschlossenem Studium in Bonn und anschließendem Zivildienst im Johannesstift bereits im Bereich Sozialmanagement fortgebildet. Nun wandte er sich der neuen menschenfreundlichen Lehre zu. Er bildete sich an einem vom Berufsverband für Feng Shui und Geomantie anerkannten Institut in Hamburg weiter und entwickelte eine eigene Geschäftsidee.

„Standing Stones“ heißt das junge Unternehmen, auf dessen Logo in einem blauen Kreis vier stehende Steine in hügeliger Landschaft abgebildet sind, über der die Sonne aufgeht. Als Schwerpunkt bietet Meyer die Dienstleistung an, sein asiatisches und europäisches Fachwissen in Fragen der Schaffung von Lebensräumen anzuwenden, die zur Steigerung der Energien und damit des Wohlbefindens und Leistungsvermögens von Menschen beitragen.

Eine zufriedene Kundin des 39-jährigen Feng-Shui-Beraters ist Monika Hoch, die sich mit dem Treffpunkt Panta Rhei in der oberen Etage des Brühler Postgebäudes selbständig gemacht hat. Wer die Räume betritt, bemerkt beim Hereinkommen rechts neben der Eingangstür einen Springbrunnen aus Stein und geradeaus an der Rückwand der Räumlichkeiten eine hohe Vase aus Holz, aber in Steinoptik, in der verschlungene lange Zweigen und Stile mit dunkelgrünen Blättern stehen.

Standorte von solchen Einrichtungsgegenständen bestimmt Meyer im Wesentlichen nach der Himmelsrichtung, der Lage der Eingangstür und dem Datum des Einzugs. So ist die rechte Seite, von außerhalb der Wohnung betrachtet, die Drachenseite, und die steht für den wirtschaftlichen Erfolg, der Frau Hoch beschieden sein soll. Außerdem soll Wasser idealerweise über mindestens drei Ebenen laufen, die für Himmel, Erde und Mensch stehen, und sich vor allem sichtbar sammeln. Die Gestaltung der Rückseite einer Wohnung wiederum soll einen „stabilen Rücken“ symbolisieren.

Feng Shui findet vor allem draußen statt

„Hauptsache, solche grundlegenden Gedanken sind erfüllt“, erklärt Meyer. „Für welche Dinge sich meine Kunden entscheiden, es müssen auch nicht unbedingt asiatische sein, bleibt ansonsten ihnen überlassen.“ Monika Hoch hat den Steinbrunnen in einem Lagerhaus an der Luxemburger Straße gekauft.

Ein Hindernis für die fließenden Erdkräfte im Brühler Zentrum kann Meyer jedoch nicht aus dem Weg räumen. „Feng Shui findet zu 70 Prozent draußen statt“, schickt er mit Blick auf den Balthasar-Neumann-Platz voraus. „Die Energien müssen erst mal vorhanden sein, um hereinkommen zu können.“ Es würde ihn sehr reizen, das Umfeld des Panta-Rhei-Zentrums nach Feng Shui neu zu gestalten.

 www.standing-stones.de


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