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Anordnung der Bezirksregierung: Kraftwerk wird trockengelegt

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Historische Kulisse: ASV-Vorsitzender Werner Fischer hängt an dem Vereinsgewässer bei der Wasserburg „Haus Ley“.  Foto: Hillenbach
Angler und Kraftwerksbetreiber wählen dieselben Worte: „Uns steht das Wasser bis zum Hals.“ Dabei geht es eigentlich um das Gegenteil. Die Bezirksregierung hat eine radikale Absenkung des Stauweihers bei Haus Ley angeordnet. Von
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Bellingroth

Angler und Kraftwerksbetreiber wählen dieselben Worte: „Uns steht das Wasser bis zum Hals.“ Dabei geht es eigentlich um das Gegenteil. Die Bezirksregierung hat eine radikale Absenkung des Stauweihers bei Haus Ley angeordnet. Wenn aber das Gewässer nahe Engelskirchen-Bellingroth nur noch halb so viel Wasser führen darf wie bisher, klagen die Betroffenen, bedeute das das Ende von Fischerei und Wasserkraft.

Die Bezirksregierung fürchtet, dass das Wehr bei einem extremen Hochwasser überflutet werden könnte, wodurch unter anderem die dahinter liegende Stromumspannanlage des RWE in Gefahr geriete. Deshalb müsse die Kapazität des Staubeckens unverzüglich vergrößert und der Wasserspiegel von 5 auf 2,65 Meter abgesenkt werden.

„Hier ist in 50 Jahren noch nichts passiert“

Die Sorge der Aufsichtsbehörde hält Werner Fischer für unbegründet: „Hier ist in mehr als 50 Jahren noch nie etwas passiert“, versichert der Vorsitzende des Ründerother Angelsportvereins (ASV), „auch nicht beim letzten Hochwasser kurz vor Weihnachten.“ Der Verein hat den Weiher als Fischgewässer gepachtet, seit er 1957 angelegt wurde. In Jahrzehnten hätten die Angler mit aufwändigem Besatz einen reichen Fischbestand herangezüchtet, Fischer geht von 50 bis 100 Tonnen aus, darunter alle gängigen oberbergischen Arten wie Karpfen, Hecht, Zander und Schleie.

Diese Menge ließe sich nicht abfischen, ein geeignetes Ausweichquartier habe der Verein ohnehin nicht, sagt Fischer, entsprechend groß wäre der wirtschaftliche Schaden. Dazu komme der Umweltfrevel: Wenn das Wehr geöffnet wird, werde massenweise Schlamm in die darunter liegende Agger gespült, mit verheerenden Auswirkungen auf die Ökologie des Flussbettes, warnt der Vereinschef.

„Schikane einer Bezirksregierung“

Dr. Bernd Walters ist einer der Geschäftsführer der Aggerkette GmbH, die entlang der Agger mehrere Wasserkraftwerke betreibt. Er hat für das Vorgehen der Bezirksregierung ebenso wenig Verständnis wie die Angler. Walters sieht die Anordnung sogar als weitere Schikane einer Bezirksregierung, die versuche, die Wasserkraft auf der Agger unwirtschaftlich zu machen. Offenbar störe man sich in Köln an den unbefristeten Wasserrechten, die die Aggerkette in Anspruch nehmen dürfe. Walters fühlt sich jedenfalls seit drei Jahren geradezu „drangsaliert“ und berichtet von ebenfalls unbegründeten Absenkungsverfügungen in Wiehlmünden, Ehreshoven 1 und 2 und unverständlichen Genehmigungsproblemen für eine neue Turbine in Osberghausen, wodurch die Anlage seit drei Jahren still liege: „Die Bezirksregierung sucht Probleme herbei, um uns in die Pfanne zu hauen.“

Bei Haus Ley sei das Wehr mit einer automatischen Klappe ausgerüstet, die bei Hochwasser für einen geordneten Abfluss sorgt. Die Unbedenklichkeit hat er sich von einem Ingenieurbüro bescheinigen lassen. Die Kölner Bezirksregierung teilt auf Anfrage mit, dass sie die Einwände gegen ihre Anordnung in die endgültige Entscheidung einfließen lassen will.

Bürgermeister Dr. Gero Karthaus hofft , im Konflikt vermitteln zu können. „Die sehr rigorose Vorgehensweise der Bezirksregierung können wir nicht nachvollziehen, es gibt erheblichen Gesprächsbedarf.“ Die Anlage sei jahrzehntelang ohne Probleme gelaufen. Karthaus hat vor Weihnachten selbst Fotos gemacht, um die Sicherheit des Wasserkraftwerks zu dokumentieren. Sein Eindruck: „Hier ist keine Gefahr im Verzug.“

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