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Forensik-Anstalt: Reichshof-Grüne wollen mit Steffens reden

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Nach der ehemaligen Gallwitz-Kaserne in Bonn, die bereits für Wohnzwecke verplant ist, hat die Reichshofer Forensik-Bürgerinitiative der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen weiteren Alternativ-Vorschlag geschickt: eine aufgegebene Wohnsiedlung der britischen Rheinarmee in Wegberg-Wildenrath. Von
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Reichshof

Nach der ehemaligen Gallwitz-Kaserne in Bonn, die bereits für Wohnzwecke verplant ist, hat die Reichshofer Forensik-Bürgerinitiative der NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen weiteren Alternativ-Vorschlag geschickt: eine aufgegebene Wohnsiedlung der britischen Rheinarmee in Wegberg-Wildenrath. Auch diese ehemalige militärische Liegenschaft wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) zum Kauf angeboten.

Allerdings benötigt das Ministerium einen Standort im Landgerichtsbezirk Bonn, zu dem Reichshof ja gehört, und nicht zusätzlich im Landgerichtsbezirk Mönchengladbach, wo Wegberg liegt. Mönchengladbach hat bereits eine eigene forensische Klinik in Viersen, am Rande eines Wohngebietes mit der LVR-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie in unmittelbarer Nachbarschaft. So dürfte auch dieser neue Vorschlag, den Daniel Brückner aus Wildberg gestern namens der Bürgerinitiative auf den Weg gebracht hat, im Ministerium kaum auf Akzeptanz stoßen.

Freuen dürfte die Ministerin hingegen, dass sich Brückner in dem gleichen Schreiben entschuldigt, sie in den letzten Tagen nur kritisiert und angegriffen und nichts zur Lösung „unserer gemeinsamen Probleme in NRW beigetragen“ zu haben. Das tue ihm aufrichtig leid, doch seine Enttäuschung sei einfach zu groß gewesen.

Immer wieder heftig kritisiert wird Ministerin Barbara Steffens wegen ihres grünen Parteibuchs. Sogar „Verrat“ am Naturschutz wurde ihr wegen der Wahl des Reichshofer Standortes vorgeworfen.

Dieser Gegenwind bläst auch dem Ortsverein der Reichshofer Grünen ins Gesicht. Ein von Fraktionschefin Heike Prößler angebotenes, klärendes Gespräch wurde von der Bürgerinitiative bislang ausgeschlagen. Dabei halten auch die Reichshofer Grünen, wie alle anderen Fraktionen und der Bürgermeister auch, den Standort im ehemaligen Munitionsdepot für ungeeignet. Eine soziale Reintegration von straffällig gewordenen Patienten sei dort nicht möglich, die Verkehrsanbindung sei nicht vorhanden, zudem bereits finanzierte Projekte zum Fremdenverkehr in Gefahr. Ortsverbands-Vorsitzender Michael Braun kündigte an, dass die Reichshof-Grünen „zeitnah“ ein Gespräch mit Ministerin Barbara Steffens führen wollen.

Bürgermeister Rüdiger Gennies teilte gestern auf Anfrage mit, dass er am 14. November einen ersten Erörterungstermin mit der Bonner Anwaltskanzlei Redeker haben wird. Die Anwälte seien zunächst von der Gemeinde Reichshof beauftragt, „den gesamten Sachverhalt juristisch zu prüfen“. Eine spätere Klage der Gemeinde gegen das Land sei nach wie vor nicht ausgeschlossen.

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