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Bewaffnete auf der Flucht: Tote bei Anschlägen in Jakarta

Bie einer Explosion in Jakarta kamen Menschen ums Leben.

Bie einer Explosion in Jakarta kamen Menschen ums Leben.

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dpa

Jakarta -

Eine Serie von Explosionen hat in der indonesischen Hauptstadt Jakarta Angst und Schrecken verbreitet. Mindestens vier Menschen seien am Donnerstag ums Leben gekommen, berichtete der Fernsehsender TVOne unter Berufung auf die Polizei. Darunter seien ein Polizist und ein Attentäter. Angreifer sollen unter anderem eine Granate auf einen Polizeiposten geschleudert haben. Die Polizei äußerte sich zunächst nicht dazu, ob es sich um einen Anschlag mit politischem Hintergrund handelte.

Schwer bewaffnete Polizisten und Anti-Terroreinheiten waren im Einsatz, wie in Live-Sendungen des Fernsehens zu sehen war. Nach unbestätigten Berichten sollen Bewaffnete in das Einkaufszentrum Sarinah geflüchtet sein. Die Umgebung wurde weiträumig abgesperrt. Massive Gebäudeschäden waren auf den Fernsehbildern nicht zu sehen.


Es sei nach den Explosionen zu einer Schießerei mit der Polizei gekommen, sagte Ruly Koestaman, der in der Nähe arbeitet. „Ich habe erst die Explosionen gehört, dann die Schüsse. Wir haben drei Tote gesehen und zwei Schwerverletzte. Sie sahen aus wie Ausländer.“

Jeremy Douglas, der Regionalvertreter des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) war nach eigenen Worten im UN-Büro gegenüber des Einkaufszentrums, als sich die Explosionen ereigneten. „Wir sitzen hier im zehnten Stock fest“, berichtete er dem Fernsehsender BBC. „Wir sehen auf der Straße jede Menge Sondereinheiten. Uns hat man gesagt, im Einkaufszentrum hätten sich Terroristen verschanzt.“

Ein Sprengsatz soll nach Medienberichten in einem kleinen Polizeiposten auf dem Mittelstreifen der vielbefahrenen mehrspurigen Straße vor dem Gebäude explodiert sein. Das Gebäude war im Fernsehen zu sehen. Die Wände waren nicht eingestürzt. Eine weitere Detonation soll direkt vor oder in einem Café passiert sein.

Das Sarinah liegt mitten im Herzen der Millionenmetropole und ist wegen seiner großen Souvenir-Abteilung bekannt. In der Umgebung sind zahlreiche internationale Hotels und Bürogebäude. Die deutsche Botschaft ist nur 1200 Meter entfernt. Jakarta ist im Gegensatz zu anderen Metropolen in Südostasien als Touristendestination nicht sehr populär.

Indonesien ist das bevölkerungsreichste islamische Land der Welt. Rund 90 Prozent der 250 Millionen Einwohner sind Muslime. Muslimische Extremisten verübten nach der Jahrhundertwende mehrere blutige Anschläge. 2002 kamen auf der Ferieninsel Bali bei Sprengstoffanschlägen 202 Menschen um, darunter zahlreiche Touristen. Auch in Jakarta wurden mehrere blutige Anschläge auf Botschaften und Hotels verübt. Aber die Polizei hat die Terrorzellen durch einen kompromisslosen Anti-Terror-Kampf weitgehend neutralisiert. (dpa)


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