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Kölnische Rundschau | Ausschreitungen: Unruhen in Haiti nach Absage der Präsidenten-Stichwahl
24. January 2016
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Ausschreitungen: Unruhen in Haiti nach Absage der Präsidenten-Stichwahl

In Haiti ist es nach den Absagen der Stichwahl zu schweren Ausschreitungen gekommen.

In Haiti ist es nach den Absagen der Stichwahl zu schweren Ausschreitungen gekommen.

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dpa

Port-au-Prince -

Nach der Absage der umstrittenen Präsidenten-Stichwahl in Haiti ist es in dem karibischen Krisenstaat am Wochenende zu Protesten und schweren Ausschreitungen gekommen. Tausende Menschen forderten in der Hauptstadt Port-au-Prince den Rücktritt von Staatschef Michel Martelly und die Auflösung des Provisorischen Wahlrats CEP. Bei den gewaltsamen Protesten kam nach Medienberichten ein Mensch ums Leben.

Die Wahlbehörde hatte am Freitag zum zweiten Mal innerhalb eines Monats die Stichwahl um das Präsidentenamt zwischen dem Regierungskandidaten Jovenel Moïse und dem Oppositionellen Jude Célestin wegen Boykottdrohungen auf unbestimmte Zeit aufgeschoben. Die Abstimmung wird seit Wochen von Betrugvorwürfen überschattet.

Wahlbehörden Manipulation vorgeworfen

Die Opposition hatte sich geweigert, den für diesen Sonntag geplanten Urnengang anzuerkennen und hatte zum Boykott aufgerufen. Sie wirft den Wahlbehörden Manipulation zugunsten des Regierungskandidaten Moïse beim ersten Wahldurchgang Ende Oktober vor. Die Stichwahl war Ende Dezember schon einmal verschoben worden. Die Wahlbehörden verwiesen diesmal auf die kritische Lage wegen der seit Tagen anhaltenden Proteste.

Wann die Stichwahl nun nachgeholt werden könnte, ist unklar. Präsident Martelly scheidet offiziell Anfang Februar nach fünf Jahren aus dem Amt. Die EU äußerte sich besorgt über die Lage. Es sei nun entscheidend, die Gewalt zu stoppen, teilte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit. Auch müssten sich alle Akteure engagieren, um den Wahlprozess erfolgreich zu Ende zu bringen. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine rasche Lösung.

Der Oppositionskandidat Célestin weigert sich, die Wahlergebnisse der ersten Wahlrunde vom 25. Oktober zu akzeptieren. Nach den offiziellen Ergebnissen hatte der als Regierungskandidat angetretene Unternehmer Moïse damals die meisten Stimmen erhalten (32,8 Prozent). Célestin landete mit 25,2 Prozent der Stimmen auf dem zweiten Platz. (dpa)