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Demonstrationen: Ostermärsche gegen Kriege und Rüstungsexporte

Die Teilnehmer der traditionellen Ostermärsche setzen sich für ein Ende der deutschen Waffenexporte und für mehr Frieden in der Welt ein.

Die Teilnehmer der traditionellen Ostermärsche setzen sich für ein Ende der deutschen Waffenexporte und für mehr Frieden in der Welt ein.

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dpa

Frankfurt/Berlin -

Zum Auftakt der Ostermärsche haben am Karfreitag in Deutschland Hunderte Menschen gegen Krieg, Rüstungsexporte und Atomwaffen demonstriert. Vor dem Haupttor der Uranfabrik Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau forderten rund 350 Demonstranten die sofortige Stilllegung und ein Ende der Uran-Anreicherung. In Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis protestierten mehr als 100 Menschen gegen den Militärkonflikt in der Ukraine und die Entsendung von Bundeswehrsoldaten zu Krisenherden im Ausland.

Ein gutes Dutzend Friedensaktivisten hielt vor den Toren des Fliegerhorstes Büchel im Kreis Cochem-Zell einen Gottesdienst ab und protestierte damit gegen Atomwaffen. Der abgelegene Fliegerhorst gilt als einziger Standort in Deutschland, an dem US-Atomwaffen lagern.

Bis Ostermontag werden in Deutschland voraussichtlich Tausende Menschen bei rund 80 Veranstaltungen und Aktionen für eine Welt ohne Krieg auf die Straße gehen. Die Veranstalter gehen von einer stabilen Teilnehmerzahl aus. 2014 waren bundesweit einige tausend Ostermarschierer gezählt worden.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In der alten Bundesrepublik erlebte sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte. Nach dem Ende des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung ging die Teilnehmerzahl weiter zurück. Trendforscher Peter Wippermann sieht die Ursachen in Politikverdrossenheit sowie dem Verlust des Vertrauens in Verbände und Institutionen, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Auch sind die Arbeit und das Leben nach seinen Worten stärker individualisiert. „Das heißt: Jüngere Leute schießen sich projekthaft auf einzelne Themen ein und gehen dann nicht auf die Straße, sondern in die virtuelle Welt.“ Werde eine politische Aktion wie der Ostermarsch zum Ritual, sei das für jüngere Menschen nicht akzeptabel. (dpa)