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Kölnische Rundschau | Erstaufnahme in Bochum: NRW organisiert Flüchtlingsregistrierung neu
24. February 2016
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Erstaufnahme in Bochum: NRW organisiert Flüchtlingsregistrierung neu

Bild Essensausgabe Flüchtlinge

Flüchtlinge stehen in der Landeserstaufnahmestelle Ellwangen (Baden-Württemberg) in einer Warteschlange zur Essensausgabe.

Foto:

dpa

Bochum/Düsseldorf -

Nordrhein-Westfalen richtet die Erstaufnahme für Flüchtlinge neu aus. Alle ins Land kommenden Asylbewerber sollen zuerst in einer neuen Landeserstaufnahme (LEA) in Bochum registriert werden. Ziel ist eine effektivere Verteilung und die Vermeidung von Mehrfachregistrierungen, wie ein Sprecher des NRW-Innenministeriums am Mittwoch berichtete. Die neue Registrierungsstelle werde dazu mit der nationalen Flüchtlingsdatenbank verbunden.

Die Einrichtung soll im Sommer in einer ehemaligen Polizeikaserne die Arbeit aufnehmen. Von dort sollen die Asylsuchenden auf die bestehenden Erstaufnahmen im Land gleichmäßig verteilt werden. Wer nicht in NRW bleibt, wird direkt in das vorgesehene Bundesland geschickt. Bochum übernehme eine Vorverteilungsfunktion in NRW, sagte der Ministeriumssprecher.

Erstregistrierung in Bochum

Die Landes-Erstaufnahme sei in der Lage, die Identität aller in NRW eintreffenden Flüchtlinge schnell und ohne Umwege mit der bundesweit verfügbaren Flüchtlingsdatenbank abzugleichen, um mögliche Mehrfachregistrierungen zu vermeiden.

Flüchtlinge, die über die zentralen Drehscheiben wie Düsseldorf NRW erreichen, sollen direkt mit Bussen nach Bochum zur Erstregistrierung gebracht werden. Dort werden sie auch medizinisch voruntersucht. Die Asylsuchenden sollen sich nur wenige Stunden in der LEA aufhalten. Bislang werden Flüchtlinge zuerst in einer der fünf Erstaufnahmen in NRW registriert und untersucht.

In der neuen Einrichtung werde das Land mit eigenem Personal rund um die Uhr in jedem Einzelfall feststellen, um wen es sich handele und wo die jeweiligen Personen in Deutschland das eigentliche Asylverfahren zu durchlaufen hätten. Sie soll 1000 Menschen Platz bieten. Innerhalb von 24 Stunden könnten auch 1500 Asylsuchende problemlos registriert werden, hieß es. Die eigentliche Erkennungsdienstliche Behandlung werde später in den Erstaufnahmen vorgenommen. Dort bekommen die Flüchtlinge auch ersten Kontakt zu einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF). (dpa)