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Kommentar: Operativer Normalfall

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Rund 6100 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden dieses Weihnachten in Europa, Afrika und Asien im Auslandseinsatz verbringen. Foto: dpa
Holger Möhle schreibt in seinem Kommentar zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Dabei betrachtet er die gegenwärtige Lage und gibt Ausblicke in eine Zukunft mit weiteren Auslandseinsätzen. Von
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Berlin

Deutschland kann weit weg sein an Tagen wie diesen. Bis zum unkalkulierbaren Afghanistan sind es gut 5000 Kilometer, zum Unruhe erprobten Kosovo 1800 Kilometer und ins instabile Djibouti am Horn von Afrika sind es auch mehr als 5000 Kilometer Luftlinie. Große Distanzen in eine andere Welt, in ein Leben in fremden Ländern, in denen Frieden oder Stabilität ebenfalls weit weg sind - und dies nicht nur an Tagen wie diesen. Rund 6100 Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr werden dieses Weihnachten auf drei Kontinenten im Auslandseinsatz verbringen. Europa, Afrika, Asien.

Innerhalb der vergangenen 15 Jahre haben sich Auslandseinsatz oder Unterstützungsmission zu einer Art Normalfall der Bundeswehr entwickelt. Der Auslandseinsatz heute ist längst Teil des operativen Geschäfts einer Armee im Umbruch. Die Bundeswehr heute ist eine Armee im Einsatz, zu deren Kernaufgabe selbstredend weiter die Landesverteidigung und die Solidarität im Bündnis gehören. Doch die Gefahren haben zugenommen, gerade die so genannten asymmetrischen gegen lose organisierte terroristische oder extremistische Kräfte. Hier fanatisierte Religionskrieger oder über Lokaltarif bezahlte Kämpfer eines Machthabers.

Diese Welt im Umbruch, in der auch Gefahren globalisiert worden sind, verlangt neues Denken, neue Abwehr-Strategien, neu aufgestellte und besser ausgerüstete Streitkräfte sowie immer neue Auslandseinsätze. Afghanistan und Kosovo sind als internationale Operationen mit deutscher Beteiligung seit Jahren gesetzt. Und sie werden es im Falle von Afghanistan auch nach dem für Ende 2014 geplanten Abzug aller Nato-Kampftruppen bleiben. Soeben war Bundespräsident Joachim Gauck bei den deutschen Soldaten am Hindukusch. Und Verteidigungsminister Thomas de Maizière inspizierte ebenfalls in dieser Woche das deutsche Kontingent auf dem Amselfeld .

Mit dem neuen Jahr werden auch neue Einsätze ins Blickfeld rücken. Im Januar wird ein deutsches Kontingent mitsamt seinen Flugabwehrgeschützen an die türkisch-syrische Grenze verlegt. Beistand für den nervös gewordenen Nato-Partner Türkei, der Provokationen oder irrationale Aktionen eines syrischen Regimes im Untergang befürchtet. Und für das ostafrikanische Mali, dessen Norden radikale Islamisten erobert haben, ist für das kommende Jahr eine Ausbildungsmission der Europäischen Union im Gespräch. Deutschland wird nach Lage der Dinge dabei gleichfalls nicht außen vorbleiben.

So gibt es für die Bundeswehr im Auslandseinsatz keine Auszeit mehr. Mission erfüllt? Nur bis zum nächsten Marschbefehl. Das ist die Wirklichkeit einer Armee im Einsatz. Diese Wirklichkeit ist hart und manchmal gnadenlos. Unabhängig von jedem Kalender.

Ihre Meinung an: dialog@kr-redaktion.de

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