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Kölnische Rundschau | Kommentar zur Kriminalität von Asylsuchenden und Flüchtlingen: Es gibt Fakten zur Flüchtlingskriminalität
15. January 2016
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Kommentar zur Kriminalität von Asylsuchenden und Flüchtlingen: Es gibt Fakten zur Flüchtlingskriminalität

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dpa

Berlin -

Man kann Fakten verschweigen. Man kann sich aber auch weigern, sie zur Kenntnis zu nehmen. Das geschieht derzeit offenbar in einem beträchtlichen Ausmaß, sonst könnten Flüchtlinge und andere Ausländer nicht so massiv unter Kriminalitätsverdacht geraten, wie es an Briefen und Mails abzulesen ist, die diese Zeitung erreichen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat dazu nach den Straftaten von Köln gesagt: "Die Kriminalität unter Asylsuchenden ist nicht überproportional."

Im November, bei der Kommentierung einer Studie des Bundeskriminalamts zum Thema, hatte der CDU-Politiker das so formuliert: "Insgesamt zeigen uns die verfügbaren Tendenzaussagen, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso wenig oder oft straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung." Und der Braunschweiger Kripo-Chef Ulf Küch bilanziert: "Wir stellen fest, dass nur sehr wenige Zuwanderer als Straftäter auffallen, diese dann aber häufig eine Vielzahl von Delikten begehen."

Und das BKA selbst stellt in seiner Studie fest: "Der stark steigenden Zahl der Zuwanderer steht insgesamt ein moderater Anstieg der durch Zuwanderer begangenen Straftaten gegenüber", die sich zudem oft gegen Landsleute richten. Hinzu gesellen sich interessante andere Fakten: Eigentums-, Fälschungs- und Vermögensdelikte haben mit 66 Prozent den größten Anteil an den erfassten Fällen. Häufigster Tatbestand: Schwarzfahren.

Allgemein höhere Kriminalität?

Jeder weiß: Statistiken haben nur begrenzten Aussagewert. Etwa weil sie oft nur zwischen In- und Ausländern unterscheiden, Deutsche mit Migrationshintergrund also nicht gesondert erfassen. Dennoch: Die Tendenz ist eindeutig: Die angebliche allgemeine höhere Kriminalität von Zuwanderern ist eine Mär. Allerdings: Die absolute Zahl der Fälle steigt natürlich, weil die Zahl der Flüchtlinge so dramatisch gestiegen ist und weil viele in einer Altersgruppe sind, in der Kriminalität generell höher liegt. Mit de Maizières Worten: "Ein dreißig Jahre alter Mann ist häufiger kriminell als eine siebzig Jahre alte Frau."

Und: Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling. Wieder de Maizière: "Bei syrischen Asylsuchenden liegt die Kriminalität unter dem Durchschnitt, überproportional ist sie dagegen bei Menschen aus den Ländern des westlichen Balkans und aus nordafrikanischen Staaten." Ein Befund, der auch durch interne Polizeianalysen in Köln und Düsseldorf gestützt wird. Abgesehen von der Frage, ob es sich bei Algeriern und Marokkanern um Flüchtlinge handelt, gibt es dagegen ein wirksames Mittel: die Erklärung dieser Staaten zu sicheren Herkunftsländern. Seit die Balkanstaaten dies sind, kommt von dort so gut wie niemand mehr.

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