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Libyen ist der nächste Brennpunkt: Obama fordert verstärkten Kampf gegen den IS in Libyen

US-Präsident Barack Obama.

US-Präsident Barack Obama.

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dpa

Washington -

US-Präsident Barack Obama hat einen stärkeren Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Bürgerkriegsland Libyen und anderen gefährdeten Staaten gefordert. Wie das Weiße Haus am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, erörterte Obama bei einer Besprechung mit seinem nationalen Sicherheitsrat die Intensivierung des Vorgehens, um den IS zu schwächen und zu vernichten.

In Libyen herrscht nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Bürgerkrieg. Zahlreiche bewaffnete Gruppen bekämpfen sich. Zwei konkurrierende Regierungen beanspruchen die Führung des Landes - die international anerkannte Regierung im ostlibyschen Tobruk und das von Islamisten dominierte in Tripolis. Das Chaos in Libyen nutzen vor allem die Dschihadisten der IS-Miliz aus, die einen zentralen Küstenstreifen in Libyen kontrollieren.
Verteidigungsminister Ashton Carter erklärte, in Libyen versuche der IS seinen „Fußabdruck“ zu verfestigen. Er schaffe Trainingslager für Anhänger. Die Terrormiliz begrüße ausländische Kämpfer, wie sie es in Syrien und im Irak getan habe. Überdies versuche sie die Wirtschaft in ihren Griff zu bekommen und Steuern zu erheben. Die USA wollten nicht, dass sich die Lage so entwickle wie in Syrien und im Irak.

Es war ein Fehler, Libyen nicht zu unterstützen

Am Mittwoch hatte Pentagonsprecher Peter Cook erklärt, angesichts der Bedrohung Libyens durch die Terrormiliz prüften die USA „militärische Optionen und eine Vielzahl anderer Optionen“.
Der UN-Sondervermittler für Libyen, Martin Kobler, sprach sich für ein stärkeres Engagement Deutschlands in dem Krisenstaat aus. „Eine Ausbildungsmission ist nötig, dabei könnte auch die Bundeswehr eine wichtige Rolle spielen. Wenn Deutschland und andere Länder dazu bereit wären, wäre das gut“, sagte Kobler dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Es sei ein Fehler gewesen, Libyen nach dem Aufstand gegen Langzeitmachthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 nicht zu unterstützen, sagte Kobler. Kobler warnte vor einer weiteren Ausbreitung der Terrormiliz IS. „Wenn der IS sich erst mit Terrororganisationen im Niger und im Tschad zusammentut, wird es sehr, sehr schwer, ihn zurückzudrängen.“ Viel Zeit bleibe nicht mehr, so Kobler. Es sei aber sein Ziel zu verhindern, „dass Libyen zum Syrien der Zukunft wird“.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte am Freitag nach einem Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi in Berlin, Deutschland und Italien hätten ein „maximales Interesse“, dass die staatlichen Strukturen und die Sicherheitskräfte in Libyen wieder gestärkt würden, um gegen den illegalen Flüchtlingsstrom anzugehen. „Wir müssen Illegalität bekämpfen und in Legalität überführen“, betonte sie. (dpa)