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Präimplantationsdiagnostik: Gesundheitsminister attackiert Kritiker

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat die Proteste gegen seine Rechtsverordnung zur Präimplantationsdiagnostik (PID) zurückgewiesen. Den Kritikern warf er vor, letztlich die Bundestagsentscheidung vom vergangenen Jahr zur begrenzten Freigabe solcher Embryonen-Gentests hintertreiben zu wollen. „Die Kritiker wollen offensichtlich den damaligen Beschluss wieder aushebeln und versuchen nun, die Verordnung in eine Richtung zu bewegen, mit der die Grundsatzentscheidung des Bundestags konterkariert würde“, sagte Bahr der Zeitung „Die Welt“ (Samstag). „Mitnichten öffnet der Entwurf Tür und Tor für die PID.“

Vor einem Jahr hatte der Bundestag nach emotionaler Debatte die PID bei künstlichen Befruchtungen begrenzt zugelassen. Die im Reagenzglas erzeugten Embryonen werden dabei vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Gendefekte untersucht, die eine Tot- oder Fehlgeburt oder eine schwere Krankheit des Kindes wahrscheinlich machen.

Minister Bahr wies Befürchtungen zurück, dass die PID häufiger angewendet werden könnte, weil in den Genehmigungskommissionen Mediziner die Mehrheit haben sollen. Sie benötigten „für eine Mehrheitsentscheidung die Unterstützung von Juristen, Ethikern oder Patientenvertretern“. Zudem verteidigte Bahr den Plan, die Zahl der vorgesehenen PID-Zentren nicht zu begrenzen, und wandte sich gegen die Befürchtung, dadurch würde massenhaft PID ermöglicht: „Entscheidend sind die fachlichen Qualifikationen und die hohen ethischen Anforderungen, die die Verordnung vorschreibt. Diese Anforderungen sind so streng, dass eine ausufernde Anzahl unmöglich ist.“ (dpa)