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Rechtsextremisten, Radikale und Kriminelle: NRW-Polizei warnt vor Bürgerwehren

Sympathisanten einer Düsseldorfer Bürgerwehr gehen am 09.01.2016 mit einem Hund durch die Altstadt von Düsseldorf.

Sympathisanten einer Düsseldorfer Bürgerwehr gehen am 09.01.2016 mit einem Hund durch die Altstadt von Düsseldorf.

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dpa

Düsseldorf -

Polizei und Verfassungsschutz in NRW warnen davor, dass sich vermehrt Rechtsextremisten, Radikale und Kriminelle in Bürgerwehren organisieren. "Rechtsextremisten, Hooligans und Rocker wollen uns vorgaukeln, dass sie für Recht und Ordnung sorgen können. Dabei versuchen sie bloß, die Gruppen für sich zu instrumentalisieren", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) dieser Zeitung.

In NRW gibt es bisher zehn Initiativen für sogenannte Bürgerwehren. Unter anderem wirbt ein Erftstädter auf Facebook für eine "Bürgerwehr Köln", wobei es sich aber offenbar bisher um eine reine Propagandaaktion handelt. Daneben gibt es weitere Facebook-Gruppen ähnlicher Ausrichtung. Rechtsgerichtete Gewalttäter hatten sich Anfang Januar über soziale Netzwerke verabredet und waren auf Ausländer losgegangen. Dabei gab es mehrere Verletzte, darunter zwei Pakistaner und ein Syrer.

Immerhin 14.000 Mitglieder

Ähnliche Versuche der Gruppenbildung werden auch aus Düsseldorf, Bielefeld und Dortmund, aus Wachtberg bei Bonn und Soest gemeldet. In Bielefeld hat die Polizei vor einer Woche eine Gruppe von 68 bewaffneten Hooligans gestoppt, die als selbsternannte Bürgerwehr durch die Straßen ziehen wollte. In Düsseldorf zählt eine Bürgerwehr-Gruppe im Internet 14 000 Mitglieder, hat bei einem Rundgang allerdings nur 50 Teilnehmer versammelt.

Der Chef des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, blickt dennoch mit Sorge auf die "erkennbare Strategie", dass Bürgerwehr-Bewegungen "von Rechten genutzt werden". Minister Jäger stellte klar: "Selbstjustiz lassen wir nicht zu."