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Rheinische Landessynode: Protestanten wechseln Führung

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Das Kirchenparlament wählt einen oder eine neue Präses als Nachfoler/in für Nikolaus Schneider.Foto: dpa
Mit Beginn der Landessynode stehen Neuwahlen für die Evangelische Kirche im Rheinland an. Unter anderem wird ein oder eine neue Präses als Nachfolger für Nikolaus Schneider gewählt. Die Evangelische Kirche ist die zweitgrößte unter den 20 Landeskirchen. Von
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Bad Neuenahr-Ahrweiler

Knapp zwei Kilogramm bringen die Drucksachen auf die Waage, die in den zurückliegenden Tagen den 214 stimmberechtigten Mitgliedern der Synode (dem Parlament) der Evangelischen Kirche im Rheinland zugesandt worden sind. Sie dienen der Vorbereitung der jährlichen Beratungen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die am Sonntagnachmittag beginnen und bis zum 12. Januar dauern. Alle Plenarberatungen im Kongresszentrum sind öffentlich. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Neuwahlen zur Kirchenleitung, die der mit 2,8 Millionen Mitgliedern zweitgrößten unter den 20 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ein völlig neues Gesicht geben werden.

Die 137 Abgeordneten aus den 38 rheinischen Kirchenkreisen zwischen Emmerich und Saarbrücken, die 38 Superintendenten, die 16 Mitglieder der Kirchenleitung, 20 berufene Mitglieder und drei Professoren der Theologie müssen einen Nachfolger von Präses Nikolaus Schneider wählen. Der 65-Jährige bleibt freilich bis Ende 2015 (ehrenamtlicher) Vorsitzender des Rates der EKD.

Der Ständige Nominierungsausschuss hat drei Wahlvorschläge für das höchste geistliche Amt in den kommenden acht Jahren unterbreitet:

Die seit 2003 amtierende Vizepräses Petra Bosse-Huber (53) war vor acht Jahren bei der Präseswahl dem damaligen Vizepräses Nikolaus Schneider nur knapp unterlegen. Bosse-Huber, verheiratet und Mutter von drei Töchtern, gehört dem Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages an und hat zahlreiche weitere einflussreiche kirchliche Ämter inne.

Aus der amtierenden Kirchenleitung ist der Leiter der Personalabteilung, Oberkirchenrat Manfred Rekowski (54), nominiert worden. Der frühere Wuppertaler Superintendent (1993-2011) gehörte von 2000 bis 2007 bereits der 16-köpfigen Kirchenleitung als nebenamtliches Mitglied an. Der verheiratete Vater von zwei Kindern ist seit zwei Jahren Oberkirchenrat.

Überraschungskandidatin für das höchste geistliche Amt der Landeskirche ist die Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschär (44). Die promovierte Theologin, verheiratet und Mutter eines Kindes, wuchs im Berliner Osten auf, durfte aus politischen Gründen ihr angestrebtes Medizinstudium nicht aufnehmen. Nach einer abgeschlossenen Ausbildung zur Facharbeiterin für Datenverarbeitung begann sie 1988 das Studium der Theologie in Ostberlin, das sie später an westdeutschen Universitäten fortsetzte. Nach Tätigkeiten als Referentin an den Evangelischen Akademien Berlin und Loccum ist sie seit 2006 Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages.

Da auch der 65-jährige Vizepräsident Christian Drägert aus Altersgründen in den Ruhestand tritt, muss auch dieses Amt neu besetzt werden. Drei Kandidaten sind vorgeschlagen: aus dem Landeskirchenamt die juristische Landeskirchenrätin Antje Hieronimus, aus Mönchengladbach den Rechtsanwalt Thorsten Seeber (40) sowie aus Emden der Vizepräsident der Evangelisch-reformierten Kirche, Johann Weusmann (47), zugleich Schatzmeister der Reformierten Weltgemeinschaft.

Spannend könnte auch die Wahl des Finanzdezernenten werden. Amtsinhaber Georg Immel ist wegen der bzz-Affäre vom Nominierungsausschuss nicht zur erneuten Wahl vorgeschlagen worden, obwohl die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen ihn längst eingestellt worden sind. Aus der Synode heraus kann er jedoch nachnominiert werden. Für das Amt des kirchlichen "Finanzministers" hat der Nominierungsausschuss vorgeschlagen: Felix Breidenstein aus Sindelfingen, Micha Leckebusch aus Erfurt und aus Bonn Bernd Baucks.

Während die Amtszeit von Oberkirchenrätin Barbara Rudolph (Ökumene) noch nicht abgelaufen ist, schlägt der Nominierungsausschuss für Oberkirchenrat Klaus Eberl (Bildung und Schule) die Wiederwahl vor. Sollten Bosse-Huber oder Rekowski zum Präses gewählt werden, muss für deren bisheriges Amt ein neuer Oberkirchenrat gewählt werden. Dafür gibt es nur interne Vorschläge.

Von Bedeutung sind auch die Wahlen der neun nebenamtlichen Mitglieder der 16-köpfigen Kirchenleitung, da sich diese als Kollegialorgan versteht und jedes Mitglied gleichberechtigt ist. Aus Bonn hat der Nominierungsausschuss das bisherige Mitglied, Superintendent Eckart Wüster, zur Wiederwahl vorgeschlagen. Ferner ist der ehemaligen Telekom-Manager und jetzige Unternehmensberater Hans-Willi Hefekäuser als nebenamtliches Mitglied nominiert.

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