Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

SPD-Demonstration in Essen: SPD-Ortsverband sagt geplante Kundgebung gegen Asylbewerberheim ab

Symbolbild.

Symbolbild.

Foto:

dpa

Essen -

„Genug ist genug, Integration hat Grenzen, der Norden ist voll" lautete das Motto einer geplanten Demonstration seitens lokaler SPD-Ortsvereine gegen die weitere Aufnahme von Flüchtlingen in Essen in geplanten Flüchtlingsheimen. Die Ortsverbände Altenessen, Karnap und Vogelheim hatten zu diesem Protest aufgerufen. Angeblich sei die Verteilung von Flüchtlingsunterkünften in der Ruhrgebietsmetropole nicht fair. So seien Flüchtlinge bislang überwiegend im ärmeren Norden der Stadt untergebracht worden, in welchem schon jetzt rund 40 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund hätten.

Der Protest hat scharfe Reaktionen und viel Kritik in den sozialen Medien ausgelöst. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft teilte über Twitter mit: „Die NRWSPD steht für eine offene und vielfältige Gesellschaft und eine Willkommenskultur für Flüchtlinge. Protestaktionen, die das in Frage stellen könnten, lehnen wir entschieden ab.“

Der Essen-Karnaper SPD-Ortsvorsitzende Stephan Duda rechtfertigte sich angesichts der Reaktionen über Facebook: „Es wird wohl einiges missverstanden. Ich bin selber Ehrenamtler und aktiv in der Flüchtlingshilfe tätig. Ich freue mich, wenn ich sehe, wie dankbar die Menschen sind. Hier geht es einzig und allein um die geplante Standortauswahl der zukünftigen Unterkünfte und die damit ungerechte Verteilung“.

Inzwischen wurde die Demonstration seitens der Veranstalter abgesagt. Stephan Duda erklärte auf seiner Facebook-Seite, dass die AfD und NPD die SPD-Demo als "Plattform" nutzen wollten, man dies nicht "dulde" und daher die Demo abgesagt werde. (red)