Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Region und der ganzen Welt

Überstundenberg abbauen: Polizisten in NRW früher in Ruhestand

Symbolbild

Symbolbild

Foto:

dpa

Auf Drängen der Polizeigewerkschaften will NRW den Überstundenberg von mehr als 3,5 Millionen Dienststunden bei der Polizei abbauen. Neben der erweiterten Auszahlung von Überstunden plant das Land auch eine Dienstrechtsreform mit der Einführung von Lebensarbeitszeitkonten. Ab Juni läuft in drei Landesbehörden ein Testlauf, bei dem Polizisten mit vielen Überstunden früher in Pension gehen können. Ziel ist eine landesweite Regelung. Das gesetzliche Pensionsalter der Polizisten liegt bei 62 Jahren.

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DpolG), Rainer Wendt, begrüßte die Pläne. "Es wäre sinnvoll, wenn Polizisten ihr Überstundenkonto auch für ein Jahr Auszeit zur Pflege eines Angehörigen oder für einen langen Urlaub nutzen könnten", sagte Wendt dieser Zeitung. Nach Angaben Wendts hat die Bereitschaftspolizei in NRW allein im letzten halben Jahr weitere 600 000 Überstunden angesammelt. Bisher verfallen nicht angeordnete Überstunden, wenn sie nach drei Jahren nicht "abgebummelt" werden.

NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) schlug vor, künftig mehr Überstunden auszuzahlen. Bisher können bis zu 480 Überstunden im laufenden Jahr ausgezahlt werden, bald sollen auch für zurückliegende Jahre jeweils bis zu 480 Überstunden bezahlt werden. Nach Angaben von DPolG-Landeschef Erich Rettinghaus ist es derzeit für die 37 500 Polizisten des Landes kaum möglich, Überstunden abzufeiern. Künftig will das Land jährlich 1900 Polizeianwärter neu einstellen, 500 mehr als bisher.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?