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Umfrage unter NRW-Wählern: AfD drittstärkste Partei in NRW

AfD

Das Logo der Partei Alternative für Deutschland.

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dpa

Düsseldorf -

Die Alternative für Deutschland (AfD) ist einer Umfrage zufolge derzeit drittstärkste politische Partei in Nordrhein-Westfalen. Laut Sonntagfrage käme sie bei der Landtagswahl derzeit auf 10 Prozent, wie aus einer Umfrage im Auftrag des WDR-Magazins „Westpol“ hervorgeht. Damit verdoppelte die AfD ihren Anteil gegenüber Dezember, als sie in einer Umfrage 5 Prozent erreichte. Aktuell liegt die AfD demnach sogar vor den in NRW mitregierenden Grünen, die um 1 Prozentpunkt auf 9 Prozent verloren.

Auch die großen Parteien CDU und SPD haben laut der Erhebung von Infratest dimap von dieser Woche an Rückhalt verloren. Die CDU gibt demnach 2 Prozentpunkte ab und käme aktuell auf 33 Prozent. Sie liegt damit aber weiterhin vor der regierenden SPD, die auf 31 Prozent käme. Die Sozialdemokraten schneiden damit im Vergleich zur Dezember-Umfrage 3 Prozentpunkte schlechter ab. FDP (plus 1 Punkt) und Linke (plus 2 Punkte) kämen jeweils auf 7 Prozent. Damit hätten weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb eine Mehrheit im Landtag.

Zufriedenheit der Wähler mit Arbeitd der Landesregierung gesunken

Die Verluste der Regierungsparteien sind offenbar auch darauf zurückzuführen, dass die Zufriedenheit der Wähler mit der Arbeit der Landesregierung deutlich gesunken ist. Zum ersten Mal seit dem Antritt der rot-grünen Koalition im Jahre 2010 überwiege bei dieser Frage der Anteil der kritischen Stimmen. Jeder Zweite (51 Prozent) sei mit der Arbeit der Regierung Kraft nicht zufrieden, ein deutlicher Zuwachs (+7) im Vergleich zur Messung im Dezember. Eher zufrieden zeigten sich 45 Prozent der Befragten (-8).

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) sei zwar nach wie vor die beliebteste Politikerin im Land, verliere jedoch an Zustimmung (-6) und erreiche mit 59 Prozent den niedrigsten Wert seit Dezember 2010.

FDP-Chef Christian Lindner kann dagegen etwas zulegen (+1) und liegt mit 31 Prozent auf Platz zwei. Armin Laschet, Chef der CDU, verliert leicht (-1) und kommt auf 27 Prozent. Sylvia Löhrmann (B'90/Grüne), die Schulministerin, gibt ebenfalls etwas ab (-2) und landet bei 25 Prozent. Abgeschlagen ist Michele Marsching, Fraktionschef der Piraten, mit 3 Prozent (-3).

Einstellungen gegenüber Flüchtlingen zeigen Veränderungen

Nach den Ereignissen der Kölner Silvesternacht und der breiten Debatte über die öffentliche Sicherheit im Land und die Rolle der Polizei haben die Meinungsforscher von Infratest dimap auch nach dem persönlichen Sicherheitsgefühl der Wählerinnen und Wähler gefragt. Lediglich 3 Prozent geben an, sich in NRW heute sicherer zu fühlen als vor fünf Jahren, jeder Zweite (49 Prozent) fühlt sich genauso sicher. Dagegen geben fast ebenso viele (47 Prozent) an, sich weniger sicher zu fühlen als noch vor fünf Jahren.

In der Einstellung der hier lebenden Menschen gegenüber den nach NRW kommenden Flüchtlingen zeigen sich ebenfalls Veränderungen. 47 Prozent der Befragten sehen in ihnen eine Bereicherung für das Leben in Deutschland, ein Minus von 6 Punkten. Dagegen sprechen 38 Prozent davon, dass ihnen die Situation Angst mache, 2 Punkte mehr als noch im Dezember.

Die Einstellung gegenüber Flüchtlingen unterscheide sich deutlich abhängig von der Frage, wer bereits persönlichen Kontakt zu Flüchtlingen hatte. Von Befragten, die bereits Kontakt hatten, geben 68 Prozent an, einen positiven Eindruck zu haben. Von denjenigen, die bislang keinen Kontakt hatten, sprechen lediglich 45 Prozent davon, ein positives Bild zu haben.

Etwa 15 Monate vor der nächsten Landtagswahl wurden rund 1000 Wähler in Nordrhein-Westfalen durch Infratest dimap telefonisch befragt. Ihre Antworten seien repräsentativ für alle Wahlberechtigten. (dpa)