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Alkoholrausch: Wie überlebt man 6,7 Promille?

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Saufen bis zum Umfallen – ab wie viel Promille ist das eigentlich der Fall?

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imago/Thomas Eisenhuth

In Haldensleben in Sachsen-Anhalt wurde von wenigen Tagen ein Mann mit einem Alkoholwert von 6,7 Promille aufgefunden. Sanitäter mussten sich um den 45-Jährigen kümmern, da er nicht mehr bei Bewusstsein war. Bei dem Mann soll es sich um einen im Ort bekannten Alkoholiker handeln. Nun stellt sich die Frage, wie man einen derartigen Alkoholrausch überhaupt überleben kann.

Experte: Ja, so hohe Werte kommen vor

Dr. Peter Strate, Chefarzt der Klinik für Abhängigkeitserkrankungen der Asklepios Klinik in Hamburg überrascht der hohe Wert nicht: „Grundsätzlich gib es so etwas. Einen Promillewert von knapp sieben Promille zu erreichen, ist wohl die traurige Höchstleistung eines Alkoholikers im Endstadium.“ Dahinter stecke eine immense Not des Betreffenden. 

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Bereits ab 0,8 Promille können wir uns kaum noch konzentrieren und es kommt zum Tunnelblick.

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„Ein Mensch, der nie oder selten Alkohol trinkt, also ein ungeübter Trinker, zeigt schon ab zwei bis drei Promille schwerste Vergiftungserscheinungen wie Bewusstlosigkeit und Erbrechen.“ Je besser man den Alkohol vertrage, desto höher das Risiko in eine Abhängigkeit zu verfallen, erklärt der Sucht-Experte Strate.

„Da geht es nicht mehr um den Genuss“

Bei knapp sieben Promille gehe es dem Trinkenden nicht mehr um den Genuss dabei, schätzt der Mediziner. „Um diesen Wert zu erreichen, muss eine Person, die 80 Kilogramm wiegt, drei Flaschen Schnaps getrunken haben“, rechnet Strate aus. Solche Werte würden bei Alkoholikern im Endstadium immer wieder gemessen werden. Das erklärt der Mediziner so: „Wenn ein Mensch über viele Jahre massiv trinkt, dann braucht der Körper den Alkohol irgendwann um normal zu funktionieren, am Leben zu bleiben.“

Was passiert, wenn die Promille steigen?

Für den Effekt von Alkohol auf den Köper eines Erwachsenen gibt es Orientierungswerte, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für die Kampagne „Kenn dein Limit“ zusammengestellt hat.

Schon geringe Mengen Alkohol haben einen Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Ab 0,1 Promille...

... wirkt der Alkohol enthemmend. „Wir werden kontaktfreudiger, unsere Stimmung ist gelöst. Was uns noch nicht auffällt: Bereits jetzt schätzen wir Entfernungen falsch ein“, erklärt die BZgA im Internet.

Ab 0,3 Promille...

... sehen wir schlechter, können uns nicht mehr gut konzentrieren und auch die Reaktionsfähigkeit ist eingeschränkt. Wir fühlen uns durch andere Menschen schneller angegriffen, die Kritikfähigkeit sinkt und wir gehen schneller Risiken ein.

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Experten schlagen Alarm: Ab 3 Promille spricht man vom „Lähmungsstadium“. Wer diesen Zustand erreicht, dem droht Lebensgefahr.

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Ab 0,5 Promille...

...sehen wir noch schlechter: „Etwa 15 Prozent Sehleistung haben wir bei diesem Promillewert schon eingebüßt. Auch das Hören ist beeinträchtigt und wir können Geschwindigkeiten nicht mehr richtig einschätzen“, informiert die BZgA. Auf versehentliche Anrempler beim Vorbeigehen – die in diesem Zustand durchaus passieren könnten – würden wir gereizter reagierten als im nüchternen Zustand.

Wann es zum Tunnelblick kommt, und wann verlieren wir die Fähigkeit, uns zu artikulieren: Welche Einschränkungen wir ab 1,2 und 3 Promille rechnen müssen, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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