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„Suppenhimmel“ in Bad Godesberg: Gastronomen und Kirche bieten werktags ein kostenloses Mittagessen an

Ehrenamtliche Helfer haben die ehemaligen Räumlichkeiten der Katholischen Bücherei hergerichtet und übernehmen auch die Verteilung der Essen.

Ehrenamtliche Helfer haben die ehemaligen Räumlichkeiten der Katholischen Bücherei hergerichtet und übernehmen auch die Verteilung der Essen.

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Privat

Bonn -

Bad Godesberger Gastronomiebetriebe und die katholische Kirche eröffnen am Dreikönigstag 2016 unter dem Motto „Gold, Weihrauch und Suppe“ in den ehemaligen Räumen der Katholischen Bücherei Am Fronhof 17 den Godesberger „Suppenhimmel“. Dort werden werktags von 12 bis 14 Uhr kostenlos Mittagessen verteilt.

„Die Suppenküche richtet sich an alle, die sich nicht in der Lage sehen, selbst für eine warme Mahlzeit zu sorgen“, sagt Dr. Angela Kirsch, die Vorsitzende des Caritasausschusses in Bad Godesberg, der das Projekt betreut. Das Werbeplakat wirbt in Deutsch, Englisch und Arabisch um Gäste für das „Mittagessen für Hungrige“. „Eingeladen sind alle Menschen unabhängig von Religion oder Kultur“, betont Dechant Dr. Wolfgang Picken. Gegenwärtig planen die Veranstalter mit 50 bis 70 Mahlzeiten pro Tag. Auf dem Speiseplan stehen Suppen oder Nudel- und Reisgerichte.

„Unterstützung ist beeindruckend“

Die Bad Godesberger Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke, die das Projekt von Beginn an begleitet hat, spricht von einer „genialen Aktion“: „Gemeinsames Essen verbindet, zaubert ein Lächeln aufs Gesicht und etwas Warmes in den Magen. Mancher schafft es einfach nicht, regelmäßig zu kochen und zu essen – egal ob Schulkinder, Alleinerziehende, Berufstätige im Stress oder alte Menschen.“

Der „Suppenhimmel“ stehe allen Godesbergern offen. Möglich wird die Essensausgabe durch die Unterstützung von sechs Unternehmen und Gastronomiebetrieben „Die Godesburg“, die „Bastei“, das italienische Restaurant „Terra Vino“, das „Inselhotel“ und das „Hotel Dreesen“, das einen Tag zusätzlich im Auftrag der Solarworld AG tätig wird, haben sich die Wochentage aufgeteilt und zunächst für sechs Monate verpflichtet, den „Suppenhimmel“ kostenfrei zu beliefern.

„Ich war total beeindruckt von der Unterstützung. Auf sechs Anfragen kamen sechs Zusagen“, so der Pfarrer.

„Für mich war sofort klar, dass ich mitmache. Schon lange hatte ich darüber nachgedacht, was man für die Menschen tun kann, die sich nur noch schwer selber versorgen können“, unterstreicht Marion Hauck. Die Mitinhaberin des Restaurants „Die Godesburg“ war die erste, die auf die Initiative des Caritasausschusses positiv reagierte.

Ähnlich begeisterte und engagierte Unterstützung findet das Projekt durch ehrenamtliche Helfer. Nachdem das Ladenlokal hergerichtet und ausgestattet ist, sorgen knapp 50 Godesberger dafür, dass die Essensausgabe täglich öffnen kann. Alle Helfer seien zwischenzeitig geschult und auch vom Gesundheitsamt unterwiesen worden, berichtet Kirsch.

„Die Hungernden zu speisen ist eines der traditionellen leiblichen Werke der Barmherzigkeit. Und als Godesberger erfüllt es mich mit Stolz und Dankbarkeit, dass so etwas in unserer Stadt möglich ist, durch den Einsatz hochengagierter Ehrenamtlicher und dank unserer großartigen Gastronomen“, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Dr. Hans-Clemens Köhne. Schon seit langem spüre man, dass die soziale Not mancher Menschen wachse und viele in Situationen gerieten, die es ihnen unmöglich mache, sich selber zu versorgen. „Wir reden hier beispielsweise von Krankheit, Todesfällen, familiären Brüchen oder den Erschwernissen des Alters, die, wie die Lebenssituation als Flüchtling, dazu führen, dass Betroffene nicht mehr wissen, wie sie zu einer warmen Mahlzeit kommen“, ergänzt Monika Overkott vom Caritasausschuss. Deshalb sei es auch sinnvoll, dass der „Suppenhimmel“ in direkter Nachbarschaft zum Pastoralzentrum von St. Marien angesiedelt werde.

Nachbarschaft zum Lotsenpunkt

Dort befindet sich seit einem guten Jahr der Lotsenpunkt Bad Godesberg, in dem geschulte Soziallotsen täglich ein offenes Ohr für in Not geratene Menschen haben und Hilfe vermitteln. Sie haben sich in der City-Station der Caritas am Prälat-Schleich-Haus umgesehen, das seit langem Erfahrungen mit der Ausgaben von Mittagessen hat (siehe Kasten). Derjenige, der zum ,Suppenhimmel’ kommt, weil ihn Probleme bedrücken, soll auf den Lotsenpunkt nebenan hingewiesen werden. Damit erweitere sich im Godesberger Stadtzentrum rund um die Kirche St. Marien und für alle erreichbar die Infrastruktur gelebter Nächstenliebe“, erklärt Picken. (wki)