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72:109-Klatsche gegen Bamberg: Dezimierte Baskets geraten unter die Räder

Der erst Mitte Dezember dazugekommene Langston Hall machte gestern sein bislang bestes Spiel im Baskets-Trikot mit 13 Punkten, fünf Assists, vier Rebounds und einem Steal.

Der erst Mitte Dezember dazugekommene Langston Hall machte gestern sein bislang bestes Spiel im Baskets-Trikot mit 13 Punkten, fünf Assists, vier Rebounds und einem Steal.

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Sascha Engst

Bamberg/Bonn -

Gut, dass jetzt zwei Wochen Pause kommen – das werden sich die verbliebenen Spieler der Telekom Baskets gedacht haben, die am Sonntagabend zum Abschluss der Hinrunde mit einer weiter dezimierten Truppe einen ungleichen Kampf beim Meister und Tabellenführer Bamberg aufnehmen mussten. Neben Isaiah Philmore und Tadas Klimavicius fehlte auch noch Andrej Mangold wegen seiner Meniskusschmerzen, Florian Koch biss sich nach gerade überstandenem Magen-Darm-Infekt durch.

So konnte die mit drei Spielern aus dem Regionalligateam (Gerald Beverly, Robin Lodders, Valentin Blass) aufgefüllte Truppe eine deftige 72:109 (29:33, 15:31, 13:22, 15:23)-Klatsche nicht vermeiden. Zu dem 37-Punkte-Abstand kam es, weil Bamberg zwar nicht durchgängig in bestmöglicher Besetzung spielte, aber bis zum Schluss hochmotiviert Vollgas gab.

Die Bonner müssen in der Pause bis zum Rückrundenstart gegen Ulm am 17. Januar regenerieren – und an ihrer Defense arbeiten. Das strich auch Center Dirk Mädrich nach dem Spiel heraus: „Wir müssen an den Stellschrauben in der Verteidigung drehen.“ Der Plan, dass Mädrich auf der Centerposition schon bald Verstärkung bekommt, steht derweil wohl kurz vor dem Vollzug: Wie zu erfahren war, sind in den Verhandlungen mit Yancy Gates nur noch kleine Vertragsdetails zwischen den Baskets und dem Agenten von Gates zu klären, es sei damit zu rechnen, dass die Nachverpflichtung heute oder morgen perfekt ist. Der 26-jährige US-Amerikaner soll die Bonner mit seiner Physis (2,06 m, 131 kg) unter den Körben verstärken.

Gestern hielten sie zumindest ein Viertel lang gut mit, als sie fast ebenso gut trafen wie die Franken. Vor allem dank einer 50-prozentigen Dreierquote (5 von 10) verhinderten die Rheinländer, dass Bamberg sich früh absetzte. Nach einem Fernschuss von Dirk Mädrich lag Bonn sogar 12:11 in Front, Aaron White glich wenig später mit einem Vier-Punkte-Spiel (Dreier plus Freiwurf) zum 16:16, Rotnei Clarke mit einem Fernschuss zum 27:27 (9.) aus.

Mit Beginn des zweiten Abschnitts beendete Bamberg dann aber alle Zweifel an seiner Überlegenheit. Angeführt von einem traumwandlerisch sicher treffenden Nicolo Melli löste sich der Meister mit einem 11:2-Start auf 44:32. Als Bamberg nicht locker ließ, war nach 17 Minuten erstmals ein 20-Punkte-Abstand erreicht (59:39). Melli leistete sich vor der Pause bei sieben Würfen keinen einzigen Fehlschuss, Meistercoach Andrea Trinchieri schonte seinen Topscorer, der in 19 Minuten 20 Punkte erzielte, nach der Pause fast komplett, gönnte den sonstigen Bankspielern längere Einsatzzeiten.

Das verhinderte aber nicht, dass Bamberg jedes kleine Aufbäumen der Gäste hart konterte: Als Bonn zu Beginn des dritten Viertels mal zweieinhalb Minuten ohne Gegenpunkt blieb und auf 48:64 verkürzte, bestrafte Bamberg das mit einem 11:0-Lauf zum 48:75.

Eine der wenigen positiven Erkenntnisse, die die Baskets mitnahmen, war, dass sich Langston Hall so gut zeigte wie bisher noch nicht. Er machte mit 13 Punkten (bester Werfer Bonns), fünf Assists, vier Rebounds und einem Steals sein bislang bestes Spiel. Trainer Carsten Pohl sprach dennoch von einer „Lehrstunde“: „Jetzt fiebern wir der Spielpause entgegen und hoffen den Reset-Knopf zu finden.“

Baskets: (Pkte/3er) Mädrich (7/2), McKinney (7/1), Lawrence (6), Koch (12/2), White (12/1), Clarke (10/2), Hall (13/3), Lodders (2), Blass (3/1), Beverly; Rebounds: 28 (White 8); Assists: 16 (Hall 5); Trefferquote Feld: 37 % (25/68); Dreierquote: 39 % (12/31); Freiwurfquote: 56 % (10/18).

Bamberg: Wanamaker (12/1), Melli (20/1), Strelnieks (9/2), Theis (19/2), Zisis (10), Miller (14/2), Heckmann (4), Idbihi (6), Radosevic (12), Obst (3/1); Rebounds: 45 (Theis 9); Assists: 25 (Miller 5, Zisis 5); Trefferquote Feld: 57 % (37/65); Dreierquote: 43 % (9/21); Freiwurfquote:81 % (26/32).