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Drachenfelsplateau in Königswinter ausgezeichnet: Drachenfelsplateau - „vorbildlichstes öffentliches Bauprojekt“

Dass das Drachenfelsplateau den Preis für das „vorbildlichste öffentliche Bauprojekt“ Deutschlands einheimste, war auch für den WWG-Chef eine Überraschung.

Dass das Drachenfelsplateau den Preis für das „vorbildlichste öffentliche Bauprojekt“ Deutschlands einheimste, war auch für den WWG-Chef eine Überraschung.

Königswinter -

„Verzögerung am Drachenfels“, titelte die Rundschau am 9. August 2012 und berichtete darüber, dass das neue Drachenfelsplateau mit dem Glaskubus später als ursprünglich geplant fertig wird. Schon am 23. November 2011 lautete die Schlagzeile „Steigen die Kosten auf 9,3 Millionen Euro?“ Nicht zum ersten Mal ging es um Preissteigerungen bei dem „Leuchtturmprojekt“ der Regionale 2010. Das Fragezeichen hatte sich später erledigt, das Projekt wurde teurer.

Trotz Zeitverzug und Erhöhung der Kosten ist das Drachenfelsplateau am Mittwoch in Berlin von der Stiftung „Lebendige Stadt“ als „das vorbildlichste öffentliche Bauprojekt“ Deutschlands ausgezeichnet worden. 15.000 Euro erhält Königswinter als Preisgeld. Die Auszeichnung nahm Dr. Andreas Pätz entgegen, der Chef der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG), der das Plateau gehört. Königswinter machten unter 129 Bewerbern das Rennen (siehe Infotext rechts).

WWG-Chef rechnete nicht mit Auszeichnung

„Ich war selbst verwundert“, sagte gestern auf Anfrage der WWG-Chef. Zwar habe sich die Gesellschaft beworben und war nach Berlin eingeladen worden. Dass Königswinter den Wettbewerb jedoch gewinnt, habe er erst während der Preisverleihung am Mittwochabend erfahren, sagte Pätz.

Zugleich stellte er klar: Die WWG habe der Stiftung alle Unterlagen zur Verfügung gestellt. Auch die, aus denen die „Erschwernisse“ des Projekts am Drachenfels hervorgingen, die zu Kostensteigerungen und Verzögerungen führten.

Rückblick: Als im November 2011 das „Kostenrisiko“ auf bis zu 9,3 Millionen Euro beziffert wurde, war eine Reihe von Gründen genannt worden: Wegen der guten Konjunktur seien Kostenkalkulationen bei den Ausschreibungen nur schwer einzuhalten. Zudem hatte sich gezeigt, dass der 30er-Jahre-Bau und das abgerissene 70er-Jahre-Restaurant nicht auf Fels gegründet waren. Es war teils nur Geröll – der Felsen musste mit Beton aufgefüllt werden.

Pätz betonte gestern weiter, wichtig sei der Stiftung der Prozess gewesen: Frühe Bürgerbeteiligung, Einbeziehung von Experten, Transparenz bei Kosten und Zeitplan im Stadtrat und vor der Öffentlichkeit sowie Öffnung der Baustelle und Einrichtung einer Webcam. Zudem stellte Andreas Pätz klar: Die höheren Kosten seien nicht zulasten der öffentlichen Hand (also Stadt Königswinter und Land NRW) gegangen, sondern von der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft getragen worden.

Rando Aust, Sprecher der Stiftung „Lebendige Stadt“, betonte auf Nachfrage, die Jury habe alle Unterlagen „eingehend geprüft“ und ihr Urteil auch in Abstimmung mit dem Bund der Steuerzahler einhellig gefällt. Je nach Kostenvolumen und Dauer der jeweiligen Projekte seien auch gewisse Steigerungen in Ordnung.

Plateau wird Kosteneinhaltung zugeschrieben

In der Pressemitteilung zur Preisverleihung heißt es unter anderem: „In der zweijährigen Planungsphase wurde in mehreren Workshops unter Bürgerbeteiligung ein Konzept für das Drachenfelsplateau erarbeitet. Danach wurde das Plateau so gestaltet, dass es sich in die Umgebung sowie den Gebäudebestand einfügt und zu einem ansprechenden Gesamtbild wurde.“ Und: „Mit 9,46 Millionen Euro ist das Projekt unter Einhaltung des Kostenrahmens realisiert worden.“ Die waren zu Beginn jedoch auf 8,2 Millionen Euro beziffert worden, wie die Rundschau mehrfach berichtete.

Ganz zu Beginn der Planung fürs neue Plateau hatte die Stadt die Hoffnung, das Projekt zum Abschluss der Regionale 2010 (das wäre Mitte 2011 gewesen) zu eröffnen. Tatsächlich fand die Einweihung des neuen Restaurants im Glaskubus Ende November 2012 statt, das Bürgerfest zur Einweihung des Plateaus Anfang Juni 2013. Neben den baulichen Überraschungen hatten logistische Schwierigkeiten und der eisige Januar 2012 zu Verzögerungen geführt.