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Erregern den Kampf angesagt: Elf Bonner Krankenhäuser erhalten Gütesiegel für Hygiene

Qualitätssiegel erhielten die Vertreter von elf Bonner Krankenhäusern.

Qualitätssiegel erhielten die Vertreter von elf Bonner Krankenhäusern.

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Ralf Klodt

Bonn -

„Der Aufwand für Hygiene in den Krankenhäusern wird immer größer“, erklärte Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit des Universitätsklinikums Bonn.

Um die hohen Standards zu erfüllen, werde sehr viel getan und investiert. Elf Bonner Krankenhäuser erhielten am Mittwoch im Bonner Gesundheitsamt für ihre Bemühungen das Qualitätssiegel des Netzwerks „mre-netz region rhein-Ahr“. Die Einrichtungen hatten zuvor einen freiwilligen Qualitätstest in zehn Hygienebereichen bestanden.

Bereits zum zweiten Mal seit 2012 erhielten die Krankenhäuser das Hygienesiegel, das bis 2019 gültig ist. Das Ziel ist die Bekämpfung multiresistenter Krankheitserreger, denn die Zahl der resistenten Problemkeime nimmt weltweit zu. „Die Hygiene steht und fällt mit qualifiziertem Personal“, betonte die Leiterin des Bonner Gesundheitsamts, Dr. Inge Heyer. Deshalb habe man schon im vergangenen Jahr mit den Krankenhäusern eine Kampagne gestartet, um für den Pflegeberuf zu werben.

„Die Tendenz ist, dass die Krankenhäuser bei der Hygiene immer besser aufgestellt sind. Die Ergebnisse sind überdurchschnittlich gut“, lobte Exner. Das sei aber auch notwendig, denn die Hygieneproblematik bewege viele Patienten. Überprüft werden bei der Zertifizierung beispielsweise die Hygienepläne, Fortbildungsmöglichkeiten und die statistische Erfassung von Infektionen. „Viele Patienten sind verunsichert. Deshalb geben wir viel Geld aus, damit sie uns vertrauen“, so Dr. Eric Liebich vom Neurologischen Rehabilitationszentrum „Godeshöhe“.

„Das Netzwerk ist extrem wichtig, um Erfahrungen auszutauschen und einheitliche Standards festzulegen“, erklärte der städtische Gesundheitsdezernent Rüdiger Wagner. Er schlug vor, dass sich auch die niedergelassenen Ärzte noch an dem Netzwerk beteiligen. Der Infektionsschutz sei von großer Bedeutung. Wichtig sei aber auch, dass sich die Menschen schützen und beispielsweise die Desinfektionsspender in Krankenhäusern nutzen.

Ausgezeichnet wurden das Gemeinschaftskrankenhaus St. Elisabeth/St. Petrus/St. Johannes gGmbh, die GFO-Kliniken Bonn (Betriebsstätten St. Josef und St. Marien), Johanniter-Krankenhaus und das Waldkrankenhaus, die Kaiser-Karl-Klinik, die LVR-Klinik, das Malteser-Krankenhaus Seliger Gerhard Bonn/Rhein-Sieg, MediClin Robert Janker-Klink, Neurologisches Rehabilitationszentrum „Godeshöhe“ und das Universitätsklinikum.