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EuroNight 420 von Wien nach Düsseldorf: Nachtzug hält nicht mehr in Bonn – viel Kritik

Am Bonner Hauptbahnhof soll der Hauptangeklagte eine Bombe abgestellt haben.

Am Bonner Hauptbahnhof soll der Hauptangeklagte eine Bombe abgestellt haben.

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dpa

Bonn -

Zwölf Stunden und 21 Minuten Zugfahrt – und kein Stopp in Bonn: Die Verkehrssprecher der Bonner Jamaika-Koalition hält es nicht mehr auf ihren Sitzen. Es geht um den Nachtzug EuroNight 420 (EN 420) von Wien nach Düsseldorf, der seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember vorigen Jahres nicht mehr im Bonner Hauptbahnhof stoppt, sondern durchrauscht und den Reisenden eine gute Stunde mehr Schlaf gönnt.

„Die umstiegsfreie Bahnverbindung der UN-Städte Bonn und Wien durch den Nachtzug der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) darf nicht gekappt werden. Dass ausgerechnet der Halt Bonn Hauptbahnhof gestrichen wurde, ist absurd“, kritisieren die Verkehrssprecher Bert Moll (CDU), Rolf Beu (Grüne) und Frank Thomas (FDP).

Nun müssen Fahrgäste aus Wien, die nach Bonn wollen, in Koblenz umsteigen und von dort eine andere Verbindung rheinabwärts nehmen.

Zwei UN-Städte verbinden

Deshalb fordern die drei Stadtverordneten: „Liebe Bahn, bitte nehmt den Haltepunkt Bonn wieder ins Programm. Sowohl umwelt-, wie auch zeitökologisch ist dieser Zug ein Gewinn für alle Reisenden.“

Für Dienstreisende zwischen den beiden UN-Städten Bonn und Wien sei der Zug ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist: „Die Nachtzüge, mit denen mindestens ein halber Arbeitstag gewonnen wird, haben für Mitarbeiter internationaler Organisationen eine große Bedeutung. Die Bahnsteigkapazitäten am Bonner Hauptbahnhof sind knapp. Das wissen alle. Die Streichung des Bonner Halts des Nachtzugs ist ein weiteres Zeichen von mangelnder Sensibilität für die Bedeutung des Rheinlands von Seiten des Berliner Bahnkonzerns.“

Der ist indes gar nicht zuständig, sondern die Kollegen aus Österreich, an die sich die Jamaika-Leute wenden müssten. Moll, Beu und Thomas bitten aber erstmal Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) sich bei der Deutschen Bahn AG und der Bundesregierung für die möglichst umgehende Rückgängigmachung der Streichung des Halts in Bonn einzusetzen. „Der UN-Standort Bonn muss gestärkt und nicht geschwächt werden.“ (dbr)