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Geheimnisse der „Pilgerlandschaft“: Wachtberger Autor Töpner besucht in der Eifel Wallfahrtsorte

Auf Pilgerwegen unterwegs: Dr. Walter Töpner aus Niederbachem. (Foto: Volker Jost)

Auf Pilgerwegen unterwegs: Dr. Walter Töpner aus Niederbachem. (Foto: Volker Jost)

Wachtberg/Rheinberg -

Mit einer großen Anzahl an Pilgerzielen und -stationen ist die Eifel eine bedeutende Wallfahrtsregion. Der Niederbachemer Autor Dr. Walter Töpner hat nun sämtliche Wege und Wallfahrtsort der Eifel in seinem Buch „Pilgerland Eifel“ zusammengestellt. Dieses ist weitaus mehr ist als ein Führer über diverse Pilgerrouten. So gibt es zugleich eine Vielzahl an wissenswerten Informationen rund um die sieben Eifelklöster Maria Laach, Bad Münstereifel, Prüm, Steinfeld, Himmerod, Mariawald und Echternach, so dass der Leser schnell Lust bekommt, sich selbst aufzumachen und die Geheimnisse des „Pilgerlandes Eifel“ zu ergründen.

„Pilger brauchen Abgeschiedenheit“

Dabei gewährt die Landschaft der Eifel, durch die zahlreiche Pilgerwege führen, sehr unterschiedliche Eindrücke. „Herbheit, Schönheit, Weitblick von den Höhen und Ausblicke aus den bewaldeten Tälern gibt es hier zu entdecken“, schreibt Töpner in seinem Vorwort. In so manchem Ort, der verträumt und vergessen an einen Pilgerweg liege, scheine die Zeit stehen geblieben und das Mittelalter noch lebendig zu sein. „Denn Pilger brauchen diese Welt der Abgeschiedenheit, die all das in ihnen zum Schweigen bringt, was engstirnig, unruhevoll und unausgeglichen ist.“

Und noch etwas gebe es in der Eifel im Überfluss, wonach sich Pilger sehnten: den Wind und die Einsamkeit. Zu welcher Jahreszeit man auch immer die Eifel durchwandere – die Weite und die Unberührtheit der Landschaft würden immer als kostbar erlebt, weiß der Autor. Allerdings habe sie erst wieder entdeckt werden müssen, die schöne und zugleich herbe Eifel, die mittlerweile zu einem Wanderland der heutigen Zeit geworden sei. Land der Pilger war sie schon immer.

Zahlreiche Orte der Verehrung

Dabei unterliege das Wallfahren einen stetigen Wandel, und alte Pilgerwege würden von Zeit zu Zeit neu entdeckt. Zwischen Aachen, Bonn, Koblenz und Trier jedenfalls finden Gläubige, Sinnsucher und Wanderer zahlreiche Orte der Verehrung. Im Herbst begeben sich Pilger aus der ganzen Eifel, beispielsweise auch aus Fritzdorf, zum heiligen Jodokus nach St. Jost in Langenfeld. Gewallfahrtet wird seit mehr als 500 Jahren auch nach Ahrweiler zum Calvarienberg. Dort kommt traditionell am Nachmittag des Karfreitags die Pilgergruppe aus Bornheim bei Bonn an.

Auch über das eng mit der Stadt Rheinbach verbundene Kloster Himmerod in der Nähe von Wittlich erfährt man so manches in dem Buch. Bernhard von Clairvaux, der Gründer des Zisterzienserordens, richtete es 1138 ein, durch Schenkungen und Vergünstigungen wuchs das Kloster Himmerod im Laufe des 13. Jahrhunderts zu einer der größten rheinischen Grundherrschaften an.

Allein im heutigen Rheinbach gab es drei Gutshöfe, von denen aus die klösterlichen Güter verwaltet wurden: einen in Kleinaltendorf, einen in Wormersdorf sowie einen im südöstlich des heutigen Stadtkerns gelegenen und heute wüsten Rheinbachweiler. Der Himmeroder Hof in Rheinbach, der aus eigenen Mitteln etwa 73 Meter der Rheinbacher Stadtmauer finanzierte, war die zentrale Hebe- und Verwaltungsstelle für die Himmeroder Besitzungen in Rheinbachweiler, Kleinaltendorf, Wormersdorf, Ersdorf, Ipplendorf, Todenfeld und Flerzheim.

Zisterzienserabtei nimmt besondere Rolle ein

Unter den zahlreichen Klöstern und Abteien der Eifel nahm die Zisterzienserabtei aber auch deshalb eine besondere Rolle ein, weil viele ihrer Mönche im Ruf besonderer Heiligkeit standen. So zählt das Kloster im Laufe der Jahrhunderte nicht weniger als 74 Heilige in seinen Annalen. 1802 jedoch wurde das Kloster säkularisiert und verkam zu einem Steinbruch, bis 1922 der Wiederaufbau begann.

Himmerod beherbergt heute noch 13 Mönche, ein Museum, eine Buch- und Kunsthandlung, ein Gästehaus sowie eine Gaststätte. Es nimmt damit wieder die Rolle als das geistige und kulturelle Zentrum der Moseleifel ein, die es über die Jahrhunderte stets innehatte.

Das Buch „Pilgerland Eifel. Wege und Wallfahrtsorte“, von Dr. Walter Töpner hat 287 Seiten, 150 Farbfotos und ist zum Preis von 14,95 Euro unter ISBN 978-3-95540-109-2 im Regionalia Verlag Rheinbach erschienen.